Judenhass

Einstufung Samidouns als Terrorgruppe gefordert

Israels Botschafter Ron Prosor Foto: picture alliance / GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Nach dem Auftauchen antisemitischer Plakate im Berliner Bezirk Neukölln hat Israels Botschafter Ron Prosor Konsequenzen gefordert. »Das Problem ist, dass man die Sachen nicht angeht«, sagte der Diplomat in einem Interview mit Welt TV.

»Diejenigen, die bei Demonstration ›Tod den Juden‹ und ›Tod für Israel‹ schreien und die Grenze immer wieder überschreiten, laufen dann weg, als ob nichts passiert wäre«, monierte Prosor. »Man muss heute ganz klar dagegen angehen und die Täter aus meiner Sicht als Terroristen einstufen. Es muss klipp und klar sein, dass solche Plakate mitten in Berlin keinen Platz haben.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Botschaft konkretisierte Prosors Forderung, indem sie sich auf Twitter für ein Verbot von Samidoun aussprach, der Gruppe, deren Logos auf vielen der Plakate prangten. »Terrorunterstützer überschreiten jede rote Linie - das muss jetzt aufhören! Samidoun, der Proxy der PFLP, gehört als Terrororganisation eingestuft. Da darf es kein Vertun geben!«, twitterte die Botschaft.

terrorpropaganda Am Mittwoch hatte Prosor erklärt, die Straßen von Neukölln ähnelten Gaza. »Diese Terrorpropaganda im Herzen Berlins ist eine Schande.« Auch der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein, sein Berliner Kollege Samuel Salzborn und der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hatten die Plakate verurteilt. Darauf wurden die jüngsten Raketenangriffe der Terrorgruppe Islamischer Dschihad gegen Israel gefeiert und um Unterstützung für palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen geworben.

Ein Betätigungsverbot für Samidoun hatte Volker Beck, der Leiter des Tikvah Instituts und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, gefordert. Er erstattete außerdem Anzeige.

Die Berliner Polizei teilte derweil auf Anfrage mit, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt sei mit Ermittlungen beschäftigt. Dabei geht es um den Verdacht der Volksverhetzung und Sachbeschädigung. »Die Plakate wiesen unterschiedliche propalästinensische und auch israelfeindliche Inhalte auf«, sagte eine Sprecherin. Weitere Auskünfte könnten wegen der derzeit laufenden Ermittlungen nicht erteilt werden. ja

Berlin

Israelis selbst schuld an Empathielosigkeit? SPD-Politiker in der Kritik

Der Sozialdemokrat Lars Castellucci machte am Samstag mit einem X-Post zum versuchten Anschlag auf ein Flugzeug mit israelischen Passagieren von sich reden. Viele sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehrung

 05.10.2026

Berlin

Auswärtiges Amt kritisiert Menschenrechtsbeauftragten

In einer Reaktion auf einen X-Post von Bundesbildungsministerin Prien im Zusammenhang mit dem Flydubai-Flug nennt Lars Castellucci Israels Regierung rechtsradikal. Außenminister Wadephul reagiert

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Gutachten

Hessischer Gesetzentwurf zur Leugnung des Existenzrechts Israels verfassungskonform

Hessens Justizminister Christian Heinz: »Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung.« Zentralratspräsident Josef Schuster: Die Politik steht in der Pflicht, dem Antisemitismus in seinem neuen Gewand Einhalt zu gebieten

 05.10.2026

7. Oktober

Rotes Rathaus zeigt Ausstellung zum Hamas-Überfall auf Israel

Der Überfall der Terrororganisation Hamas hat überall in Israel Spuren hinterlassen. Eine neue Berliner Ausstellung beleuchtet die Erfahrungen von Sportlern und Fans rund um den 7. Oktober 2023

 05.10.2026

Recht

Gute Absicht, falsche Umsetzung

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, kritisiert den hessischen Vorschlag für eine Strafbarmachung der Leugnung des Existenzrechts Israels. Er hat aber einen Alternativvorschlag

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Josef Schuster

Berlin

Zentralrat: Linke muss Mitglieder bei Antisemitismus ausschließen

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußert klare Erwartungen an die Linkspartei in Bezug auf den innerparteilichen Kampf gegen Judenhass

 05.10.2026

Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Am Dienstag kommt der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals zusammen. Die AfD hat die Zusage des BSW für die nötigen Stimmen

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026