Halle-Anschlag

Einsatzleiter räumt Schwächen der Polizei beim Opferschutz ein

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 Foto: imago images/Lutz Winkler

Der Leiter des Polizeieinsatzes nach dem antisemitischen Anschlag von Halle hat Schwächen der Polizei beim Opferschutz eingeräumt. Überlebende hatten das Verhalten nach dem Anschlag unter anderem als unsensibel und respektlos kritisiert.

»Ich hoffe inständig, dass es der Polizei in unserem Land gelingt, recht zeitnah Schlüsse daraus zu ziehen«, sagte der Einsatzleiter vom Tag des Anschlags, Frank Michler, am Freitag im Untersuchungsausschuss des Landtags. »Wir können uns verbessern, wir müssen uns verbessern und wir sind auf einem guten Weg.«

Michler nahm die Kollegen jedoch auch in Schutz, sie hätten in einer unübersichtlichen Ausnahmesituation gehandelt. »Es gibt Zeiten, da ist die Polizei kommunikativ und erklärt alles und dann gibt es Zeiten, in denen die Polizei stringent sein muss und handeln muss«, sagte Michler. »Dass das nicht sehr empathisch wirkt, das weiß ich auch« sagte der Polizist.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwerbewaffneter Terrorist versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Er gelangte jedoch nicht in das Gotteshaus, erschoss dann die 40-jährige Passantin Jana L. und später in einem Döner-Imbiss den 20-Jährigen Kevin S. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen und lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei, bevor er festgenommen wurde.

Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Mann zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Vor Gericht hatte er die Tat mit antisemitischen und rassistischen Verschwörungstheorien begründet.

Überlebende hatten vor Gericht und im Ausschuss der Polizei unter anderem vorgeworfen, die jüdische Liturgie missachtet und die Opfer nicht ausreichend vor den Blicken der Presse geschützt zu haben. dpa

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026