Diplomatie

»Eine grausame Tragödie«

Der iranische Auflenminister Mohamad Dschawad Sarif bei der 50. Sicherheitskonferenz in München Foto: dpa

Irans Außenminister Mohammed Jawad Zarif hat in einem Gespräch mit dem Fernsehsender Phönix die Schoa verurteilt. »Es war eine grausame Tragödie des Umbringens, das darf nie wieder vorkommen«, sagte Zarif. Der Außenminister wurde im Berliner Hotel Adlon interviewt, das nur wenige Meter vom Denkmal für die ermordeten Juden Europas, entfernt liegt. Zarif sagte weiter: »Wir haben nichts gegen Juden und den größten Respekt für sie innerhalb und außerhalb Irans. Wir fühlen uns durch niemanden bedroht.«

Phönix hatte Zarif, der seit August 2013 im Amt ist, war zu einem »Kamingespräch« geladen, das Interview führte der stellvertretende Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen.

Kundgebung Am Wochenende hatte Zarif an der Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen. Am heutigen Montag war der iranische Außenminister unter anderem Gast bei der Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin. Das Bündnis »STOP THE BOMB« hatte dort zu einer Kundgebung »gegen die Rede des Terrorpaten Zarif« aufgerufen.

Die Äußerungen des Teheraner Ministers werden von etlichen Beobachtern als Teil einer Annäherungsstrategie an den Westen interpretiert. ja

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Am Dienstag kommt der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals zusammen. Die AfD hat die Zusage des BSW für die nötigen Stimmen

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026

Berlin

Israelis selbst schuld an Empathielosigkeit? SPD-Politiker in der Kritik

Der Sozialdemokrat Lars Castellucci machte am Samstag mit einem X-Post zum versuchten Anschlag auf ein Flugzeug mit israelischen Passagieren von sich reden. Viele sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehrung

 05.10.2026

Kommentar

Die Linke sollte nicht den Berliner Bürgermeister stellen

Die Partei sollte sich erst einmal in der Opposition regenerieren und gegen Rassismus einsetzen

von Herbert Rubinstein  05.10.2026

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026