Karlsruhe

»Eine dauerhafte und würdige Erhaltung«

Drei Bundesländer wollen zukünftig eng bei der Pflege von rund 2000 Gräbern deportierter Juden in Südfrankreich zusammenarbeiten. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland unterzeichneten am Montag in Karlsruhe eine Vereinbarung zum Erhalt der Gräber.

»Wie grausam die jüdischen Bürgerinnen und Bürger behandelt und ermordet worden sind, dieses Gedenken müssen wir wachhalten«, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bei der Unterzeichnung. Gerade in Zeiten eines erstarkenden Antisemitismus müsse dies ein besonderes Anliegen sein.

gurs Im Oktober 1940 wurden mehr als 6600 jüdische Bürger aus Baden, dem heutigen Rheinland-Pfalz und dem heutigen Saarland von den Nationalsozialisten nach Südfrankreich in das Lager Gurs deportiert. Viele von ihnen starben in dem Lager am Fuß der Pyrenäen an Hunger und Kälte. Überlebende wurden den Angaben zufolge in andere französische Außenlager oder in Vernichtungslager im Osten transportiert. An mehr als 30 Orten in Südfrankreich befinden sich Einzel- und Massengräber, teils in schlechten Zustand.

Die drei Bundesländer verpflichten sich zu einer »dauerhaften und würdigen Erhaltung der Gräber«, heißt es in der Vereinbarung. Zudem wollen sie die Jugendbildungsarbeit zu dem Thema fördern.

Baden-Württemberg stellt dafür jährlich 120.000 Euro zur Verfügung, Rheinland-Pfalz 30.000 Euro und das Saarland 5000 Euro. Etwa 5600 der deportierten Juden stammen laut Kultusministerium aus Baden, 825 aus dem heutigen Rheinland-Pfalz und 125 aus dem heutigen Saarland. Bislang hatte eine Arbeitsgemeinschaft badischer und pfälzischer Städte zusammen mit dem Oberrat der Israeliten Badens die Gräber bei Gurs erhalten.  epd

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