Stutthof-Prozess

»Ein Recht auf Antworten«

Blick in den Gerichtssaal während eines früheren Prozesstages Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool

Vertreter der Nebenkläger im Stutthof-Prozess haben in ihren Plädoyers das Schweigen der Angeklagten bedauert. Sie forderten die angeklagte 97 Jahre alte ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof am Dienstag vor dem Landgericht Itzehoe auf, die Möglichkeit des letzten Wortes zu nutzen und sich zu erklären.

»Wir alle haben ein Recht darauf, von Ihnen Antworten auf unsere Fragen zu bekommen«, sagte Rechtsanwalt Ernst Freiherr von Münchhausen. Die Opfer hätten niemals Ruhe gefunden, die Täter hätten nach Kriegsende dagegen weitergemacht, als wäre niemals etwas gewesen.

plädoyer Staatsanwältin Maxi Wantzen hatte in ihrem Plädoyer eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Sie äußerte sich überzeugt, dass die Angeklagte sich im Alter von 18 und 19 Jahren der Beihilfe zum heimtückischen und grausamen Mord in mehr als 10.000 Fällen schuldig gemacht habe.

Die Angeklagte Irmgard F. soll von Juni 1943 bis April 1945 als Zivilangestellte in der Kommandantur des Konzentrationslagers bei Danzig gearbeitet haben. Sie hat sich in dem seit rund 14 Monaten laufenden Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. dpa

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