Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Der Tatort in Seattle wurde abgesperrt. Foto: picture alliance / AP Photo/Lindsey Wasson

Bei einer Schießerei im Seattle Center sind am Sonntagabend drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden, darunter ein zweijähriges Kind. Die Gewalttat ereignete sich laut eines Berichts der »Seattle Times« während des beliebten »Bite of Seattle«-Festivals, zu dem an diesem Wochenende Tausende Besucher in den Parkkomplex gekommen waren.

Nach Angaben der Polizei fielen gegen 18 Uhr zahlreiche Schüsse auf dem weitläufigen Gelände. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen: Besucher rannten panisch davon, suchten Deckung oder versuchten, sich aus den dicht gedrängten Bereichen des Festivals in Sicherheit zu bringen.

Die Bürgermeisterin von Seattle, Katie Wilson, teilte am Sonntagabend mit, dass eine Person festgenommen worden sei. Nach Angaben von Assistant Police Chief Tyrone Davis befand sich jedoch ein weiterer mutmaßlicher Schütze zunächst noch auf der Flucht. »Es könnte noch weitere geben«, sagte Davis. »Wir versuchen noch herauszufinden, was genau passiert ist.«

Motiv nicht bekannt

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass sich mehrere Personen gegenseitig beschossen haben. Zwei Schusswaffen wurden am Tatort sichergestellt. Ein mögliches Motiv war zunächst nicht bekannt.

Besucher schilderten dramatische Szenen. Estan Wakonabo, der mit seiner Freundin das Festival besucht hatte, berichtete, die Menschenmenge sei bereits vor den Schüssen so dicht gewesen, dass man sich kaum zwischen den Essensständen bewegen konnte. Als die Schüsse fielen, sei alles in Panik umgeschlagen. »Es war einfach völliges Chaos«, sagte er.

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Ein Video eines Essensverkäufers soll die ersten Sekunden des Angriffs festgehalten haben. Darauf ist zu hören, wie jemand »Schüsse! Schüsse!« ruft. Eine andere Stimme schreit: »Runter, runter, runter«, während die Menschen zu fliehen beginnen.

Krankenhaus zeitweise abgeriegelt

Die Feuerwehr versorgte mehrere Verletzte am Ort des Geschehens. Unter den Opfern befanden sich ein zweijähriger Junge, ein 23-jähriger Mann, eine 39-jährige Frau und eine 56-jährige Frau, die alle in Krankenhäuser gebracht wurden. Eine weitere 40-jährige Frau erlitt leichtere Verletzungen.

Das Harborview Medical Center, eines der wichtigsten Traumazentren der Region, bestätigte, dass vier eingelieferte Patienten Schussverletzungen erlitten hatten. Wegen der zunächst unklaren Zahl möglicher Täter wurde das Krankenhaus vorübergehend teilweise abgeriegelt.

Auch andere Veranstaltungen in der Umgebung waren betroffen. Besucher des Pacific Science Center berichteten, dass eine Vorstellung des Films »The Odyssey« abrupt unterbrochen wurde. Zuschauer seien aufgefordert worden, die Hände hochzunehmen und langsam das Gebäude zu verlassen, während bewaffnete Polizisten in das Kino kamen.

Flagge auf Halbmast

Bürgermeisterin Wilson sprach den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens, und eine ganze Gemeinschaft versucht zu verstehen, wie aus einer Veranstaltung voller Kultur, Begegnung und Freude ein Ort von Schüssen werden konnte«, erklärte sie.

Nach der Tat wurde die US-Flagge an der Space Needle auf halbmast gesetzt. Gouverneur Bob Ferguson, Bürgermeisterin Wilson und Polizeichef Davis bestätigten später die Zahl von drei Todesopfern. im

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