Washington D.C.

»Sehr mächtige Schiffe auf dem Weg nach Iran«

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / REUTERS

Washington D.C.

»Sehr mächtige Schiffe auf dem Weg nach Iran«

Der US-Präsident stellt zugleich Gespräche in Aussicht und dem Teheraner Regime Bedingungen

 30.01.2026 11:23 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat erneut Gespräche mit Iran in Aussicht gestellt, während gleichzeitig die US-Marine ihre Präsenz im Persischen Golf verstärkt. Trump kündigte an: »Ich plane, mit ihnen zu sprechen, ja.« Gleichzeitig wies er auf die militärische Stärke der USA hin: »Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe auf dem Weg nach Iran, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten.«

Das Pentagon betonte, die Streitkräfte stünden bereit, jede Entscheidung des Präsidenten umzusetzen. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und mehrere Zerstörer sind inzwischen in der Region stationiert.

Trump stellte klar, dass er zwei Bedingungen an Iran knüpft, um eine militärische Eskalation zu vermeiden: »Erstens kein Atomprogramm, und zweitens sollen die Proteste nicht weiter niedergeschlagen werden. Sie töten tausende Menschen.«

Lesen Sie auch

Der Iran reagierte auf die jüngsten Entwicklungen. Außenminister Abbas Araghchi warnte, die Streitkräfte seien bereit, »mit dem Finger am Abzug sofort und mit voller Macht auf jede Aggression zu reagieren.« Gleichzeitig bekräftigte er, dass Iran eine faire und gegenseitig vorteilhafte Vereinbarung über ein »friedliches Nuklearprogramm« anstrebe: »Solche Waffen haben keinen Platz in unserer Sicherheitsstrategie, und wir haben sie nie angestrebt.«

Parallel dazu verurteilte Teheran die Entscheidung der Europäischen Union, die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) als terroristische Organisation einzustufen, als »illegal und unbegründet«. Die EU hatte zudem neue Sanktionen gegen sechs Institutionen und 15 Einzelpersonen verhängt, darunter Innenminister Eskandar Momeni und Generalstaatsanwalt Mohammad Movahedi, im Zusammenhang mit dem harten Vorgehen gegen die Protestbewegung im Dezember 2025.

Die Proteste waren nach dem starken Wertverlust der iranischen Währung ausgebrochen und hatten sich schnell zu einer breiten politischen Krise entwickelt. Menschenrechtsorganisationen berichten von bis zu 36.000 Toten.

Militärische Optionen

Der »New York Times« zufolge liegen Trump derzeit mehrere militärische Optionen im Zusammenhang mit Iran vor, die über reine Luftschläge hinausgehen. Demnach prüfen amerikanische Sicherheitsberater unter anderem Vorschläge, US-Truppen in Form von Kommandounternehmen auf iranischem Gebiet einzusetzen, um gezielt Einrichtungen des Nuklear- und Raketensystems zu treffen oder den Druck auf das Regime zu erhöhen.

Diese Optionen zielen laut US-Beamten nicht nur auf die Zerstörung technischer Anlagen, sondern könnten auch dazu dienen, die Position von Ayatollah Ali Khamenei zu schwächen. Trump hat dem Bericht nach jedoch noch keine Entscheidung getroffen, ob er einen solchen Schritt anordnen wird. im

Washington

Trump widerspricht Iran: Straße von Hormus ist offen

Trotz gegenseitigen Angriffen erklärt der US-Präsident die Meerenge für offen. Die iranische Seite sieht das anders

 12.07.2026

Meinung

Das iranische Regime hat sich verkalkuliert

In Teheran glaubte man, dass US-Präsident Trump den Konflikt bis zu den Midterm-Wahlen nicht mehr eskalieren lassen würde. Doch in der amerikanischen Außenpolitik hat offenbar ein Lernprozess eingesetzt

von Michael Spaney  12.07.2026

Leipzig

Wie der MDR auf die Ankündigungen der AfD reagiert

Der MDR stellt sich auf juristische Auseinandersetzungen im Fall eines Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt ein

von Katharina Rögner  12.07.2026

Washington

Trump-Freund und Israel-Unterstützer: Senator Lindsey Graham ist tot

Gerade hatte der US-Republikaner Graham noch Kiew besucht, im November wollte er sich erneut zur Wahl stellen. Nun ist der langjährige Senator überraschend gestorben

 12.07.2026

Meinung

Wenn die Brandmauer bröckelt

Immer öfter erlebt unser Autor, dass die rechtsextreme AfD selbst in der gesellschaftlichen Mitte verharmlost wird. Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus Düsseldorf

von Jacques Abramowicz  12.07.2026

Interview

Karin Prien: »Würde mit Davidstern-Kette nicht in bestimmte Stadtviertel«

Die Bundesfamilienministerin (CDU) über Einsparungen in ihrem Ressort, das Programm »Demokratie leben« und ihre persönliche Betroffenheit vom wachsenden Antisemitismus in Deutschland

von Alexander Riedel, Birgit Wilke  12.07.2026

Magdeburg

Die AfD und ihr Plan für Sachsen-Anhalt

Jubel für Ulrich Siegmund, Vorwürfe gegen die CDU und ein 100-Tage-Plan mit radikalen Forderungen – was die AfD in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl vorhat

von Christopher Kissmann  12.07.2026

Teheran

Iranische Tageszeitung fordert Rache – auch gegen Merz

Die iranische Zeitung »Hamshahri« ruft in einer Online-Grafik zu Vergeltung gegen westliche Politiker auf. Darunter sind auch europäische Regierungschefs abgebildet

 12.07.2026

Maskat

Oman meldet Drohnenangriffe nahe Straße von Hormus

Der Oman hat sich im Iran-Krieg um eine möglichst neutrale Haltung bemüht, wurde aber auch selbst zum Ziel von Angriffen. Jetzt meldet das Land neue Drohnenangriffe

 12.07.2026