Meinung

Die Sitten sind zu roh!

Der Bundespräsident ist (politisch) tot! Es lebe der Bundespräsident! Die jüdische Gretchenfrage, ob der Nachfolger oder die Nachfolgerin gut ist für die Juden, ist verständlich. Doch der historische Verstand sagt: Gut ist für »die Juden«, was für die Allgemeinheit gut ist. Immer schlechter, weil ruppiger, rücksichtsloser und roher wird die politische Kultur (nicht nur) dieses Landes. Sicher, Weltkrisen wie jetzt sind keine Kuschelzeiten. Gerade deshalb muss beachtet werden: Verbale Verdammung und Gewalt sind die Vorstufe zu physischer Gewalt und Vernichtung. So weit sind wir, gottlob!, noch lange nicht. Aber die Zeichen sind unübersehbar: Nicht nur deutsche Dünnhäuter wie Horst Köhler und Margot Käßmann, auch Dickhäuter wie Roland Koch werfen das Handtuch. Das ist ein Alarmzeichen. In einer Demokratie muss man auch einstecken können. Das Austeilen wird jedoch immer häufiger zur nationalen, brutalen Kampagne, der viele nicht gewachsen sind. Nicht nur die Spitze unseres Staates muss erneuert werden, auch unser aller Stil.

Interview

»Wir haben keine Wahl«

Suaad Onniselkä über den Dialog zwischen Juden und Muslimen, Desinformation und die nächste Generation

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Ehrung

Preis für Stärkung des jüdischen Lebens an Elke Büdenbender

Bundespräsidenten-Gattin Elke Büdenbender wird mit einem Preis für ihren Einsatz zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ausgezeichnet

 17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026

Atomabkommen

Iran dämpft Erwartungen an Deal

Washington und Teheran haben ihre Verhandlungen zunächst beendet. Der Iran berichtet von einer Einigung auf »eine Reihe von leitenden Prinzipien«. Ist ein Abkommen greifbar?

 17.02.2026

Julia Klöckner

»Man muss sich ein eigenes Bild machen«

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner über ihren Antrittsbesuch in Israel, Kritik an ihre Reise nach Gaza und die größten Missverständnisse in der öffentlichen Wahrnehmung Israels

von Philipp Peyman Engel, Joshua Schultheis  17.02.2026

Suhl

Simson: Nachfahren der Gründerfamilie wehren sich gegen AfD

Die Schwalbe oder die S51 aus DDR-Produktion sind Liebhaberstücke - und inzwischen ein Politikum, das nicht nur Björn Höcke zu nutzen weiß. Nun kommt deutlicher Widerspruch

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Nahost

Iran feuert Raketen auf Straße von Hormus ab

Teile der strategisch wichtigen Meerenge wurden laut iranischen Staatsmedien »aus Sicherheitsgründen« zeitweise gesperrt

 17.02.2026

Tel Aviv

Lindsey Graham fordert konsequente Unterstützung für Iran-Proteste

Der republikanische Senator spricht sich außerdem für ein konsequentes Vorgehen in Gaza aus: »Ich glaube nicht, dass die Hamas jemals abrüsten wird, solange man sie nicht dazu zwingt.«

 17.02.2026