Justizministerium

Die Rosenburg und die Nazis

Zwischen 1949 und 1973 war die Rosenburg im Bonner Stadtteil Kessenich Sitz des Bundesministeriums der Justiz. Foto: dpa

Eine Wanderausstellung zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Bundesjustizministerium ist von dieser Woche an im Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu sehen. Justizministerin Katarina Barley (SPD) wird die Schau am Mittwoch gemeinsam mit Gerichtspräsident Klaus Rennert eröffnen. Sie trägt den Titel Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit.

Ziel der Ausstellung sei es, in der Bevölkerung das Bewusstsein für das historische Unrecht zu schärfen, teilten Gericht und Ministerium mit. Dies geschehe über die Präsentation der Ergebnisse des sogenannten Rosenburg-Projekts, für das ein Forscherteam seit 2012 den Umgang des Ministeriums mit der eigenen NS-Vergangenheit in den 50er- und 60er-Jahren untersuchte. Zwischen 1949 und 1973 war die Rosenburg im Bonner Stadtteil Kessenich Sitz des Bundesministeriums der Justiz.

Holocaust Im Fokus des Projekts unter Leitung des Historikers Manfred Görtemaker und des Strafrechtlers Christoph Safferling standen die NS-Verstrickungen von Mitarbeitern nach Ende der Nazizeit, die Verfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie Amnestie und Verjährung. Das Projekt wurde im Auftrag des Justizministeriums durchgeführt.

Im Oktober 2016 wurde die Arbeit der Historiker zudem in Buchform (Die Akte Rosenburg) veröffentlicht. In dem Band wird unter anderen gezeigt, welche Beamten aus der NS-Zeit im Justizministerium unterkamen und welchen Einfluss das auf die Rechtspraxis hatte – nicht zuletzt bei der Strafverfolgung von NS-Tätern.

Die Ausstellung gliedert sich den Angaben zufolge in neun Bereiche. Neben Stelen und Multimedia-Inhalten werden auch Biografien und Originalaussagen präsentiert. In Leipzig ist sie bis zum 20. September zu sehen.

Kontinuität Im Gespräch mit dieser Zeitung im Oktober 2016 hatte der damalige Justizminister Heiko Maas die NS-Kontinuitäten nach 1945 in seiner Behörde betont – und die Wichtigkeit der Aufarbeitung unterstrichen. »Von den Führungskräften im Ministerium bis 1973 waren mehr als die Hälfte ehemalige NSDAP-Mitglieder, jeder fünfte war ein alter SA-Mann.«

Die Folgen dieser personellen Kontinuität seien fatal gewesen, so Maas. »Die Strafverfolgung von NS-Tätern wurde hintertrieben, die Diskriminierung einstiger Opfer fortgesetzt, und alte Gesetze wurden nur oberflächlich entnazifiziert. Das Justizministerium hat kein Recht geschaffen, sondern neues Unrecht.« epd/ja

Die Ausstellung ist von 16. August bis 20. September von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr sowie am 18./19. August und am 8./9. September von 10 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte USA vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen Trump

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026

Islamabad/Doha

Vermittler wollen Atomgespräche zwischen USA und Iran retten

Pakistan, Katar und andere Staaten bemühen sich laut einem amerikanischen Pressebericht, die jüngste Eskalation einzudämmen

 10.07.2026

berlin

Strafbefehl gegen Hudhaifa Al-Mashhadani

Der Leiter einer säkularen Arabischschule in Neukölln soll einen Mordanschlag gegen sich erfunden haben

 10.07.2026

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Magdeburg

Was eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt ändern könnte

Von der Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages bis hin zur Ängerungen von »Geschichte«-Lehrplänen: Was will die rechtsextremistische Partei im Falle eines Wahlsieges noch?

von Christopher Kissmann  09.07.2026

Frankfurt am Main

Becker fordert Verbot von Pro-Terror-Kundgebung, DIG initiiert Gegendemo

»Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und Gewehren«: Unter diesem Motto ruft eine Gruppierung zu einer Kundgebung auf. Auch die Grünen wollen die Versammlung untersagen

von Imanuel Marcus  09.07.2026

Antisemitismus

Chrupalla-Lob für Möllemann

DIG-Präsident Volker Beck übt heftige Kritik am Co-Chef der AfD

 09.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026