Regierungskonsultationen

»Deutschland und Israel verbindet eine einzigartige Beziehung«

Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Kurz vor Beginn der siebten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in der kommenden Woche hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das enge und besondere Verhältnis zum jüdischen Staat als außergewöhnlich gewürdigt.

»Deutschland und Israel verbindet eine einzigartige Beziehung«, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. »Als Erbe aus unserer Geschichte, aus dem Zivilisationsbruch der Schoa, tragen wir als Deutsche eine besondere Verantwortung für die Beziehung zu Israel. Und wir können sehr dankbar sein, dass wir heute enge Partner und Freunde sind.«

wirtschaft
Die Regierungskonsultationen finden ab Mittwoch nächster Woche in Israel in Begleitung von Vertretern aller Ressorts statt. Bei dem mehrtägigen Treffen stehen unter anderem die deutsch-israelischen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Bereiche IT und Cybersicherheit im Mittelpunkt, erklärte Merkel.

»Israel gehört hier zu den Weltmarktführern, und da können wir sogar in vielen Bereichen noch etliches lernen«, so die Bundeskanzlerin. Der Ausbau der langjährigen Forschungszusammenarbeit und gemeinsame Projekte der Entwicklungshilfe in Afrika seien weitere Themen auf der Agenda.

Merkel kündigte darüber hinaus an, mit der israelischen Regierung Gespräche über die Zweistaatenlösung zu führen. »Deutschland unterstützt nach wie vor eine Zweistaatenlösung mit einem jüdischen Staat Israel und einem Staat für die Palästinenser. Auch hierüber werden wir sprechen«, sagte Merkel.

antisemitismus Besorgt äußerte sich Angela Merkel in dem Podcast über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. Keine einzige jüdische Einrichtung könne unbewacht überhaupt überstehen, beklagte Merkel – und sagte dem Judenhass dem Kampf an. »Wir haben vielfältige Facetten des Antisemitismus, gegen die wir gleichermaßen vorgehen.«

Eine von vielen Maßnahmen sei die Ernennung von Felix Klein zum Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus gewesen, unterstrich Merkel: »Wir haben mit Felix Klein einen Kämpfer gegen den Antisemitismus, der von der gesamten Bundesregierung unterstützt wird.«

»Die Berufung von ihm ist ein wichtiges Zeichen sowohl zur Stärkung des jüdischen Lebens in Deutschland, als auch der klaren Haltung gegen Antisemitismus«, sagte die Bundeskanzlerin über Klein, der sie in Israel begleiten wird. ja

Ehrung

Preis von Union progressiver Juden für Bundesministerin Prien

Sie ist die erste Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln. Nun wird Karin Prien für ihre Verdienste für das Judentum in Deutschland geehrt. Sie empfinde die Würdigung vor allem als Auftrag, sagt sie

von Nikolas Ender  18.03.2026

Bundestag

Merz über Iran-Krieg: »Wir hätten abgeraten«

Allen Aufforderungen des US-Präsidenten an die Europäer zum Trotz bleibt Kanzler Merz in Sachen Iran-Krieg hart. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel setzt er auf mehr europäisches Selbstbewusstsein

 18.03.2026

Suchmaschine

USA ermöglichen Recherche zu Nazis in der eigenen Familie

War der eigene Opa ein Nazi? Diese Frage kann nun über das US-Nationalarchiv beantwortet werden. Erstmals wurden die überlieferten Mitgliedskarteien der NSDAP vollständig ins Netz gestellt

von Sabina Crisan, Marc Fleischmann  18.03.2026

Interview

»Teil der iranischen Militärstrategie«

Die jüdische Gemeinschaft wird von einer weltweiten Serie von Terroranschlägen erschüttert. Der Experte Hans-Jakob Schindler erklärt, was das mit der hybriden Kriegsführung des iranischen Mullah-Regimes zu tun hat

von Ninve Ermagan  18.03.2026

Meinung

Was im Iran-Krieg bisher erreicht wurde

Israelis und Amerikaner können durchaus schon militärische Erfolge gegen den Iran vorweisen. Das Mullah-Regime wird definitiv schwächer aus diesem Konflikt herauskommen, als es hineingegangen ist

von Sima Shine  18.03.2026

Literatur

Als die Donau durch Kakanien floss

Zur Leipziger Buchmesse: Eine (jüdische) Vision für ein Europa der Regionen, Religionen und der Vielfalt

von Awi Blumenfeld  18.03.2026

Judenhass

Erneute Antisemitismus-Skandale bei der Deutschen Welle

Medienberichten zufolge haben zwei arabische Mitarbeiter des deutschen Auslandssenders in den sozialen Netzwerken Hassposts über Israel verbreitet

 18.03.2026

Meinung

Die Hertie School ist eine seltene Ausnahme

An der privaten Hochschule wurde die Studierendenvertretung für eine Pro-BDS-Resolution abgestraft. Das ist ein wichtiges Signal. Doch das Problem des Antisemitismus an deutschen Universitäten reicht viel weiter

von Ron Dekel  18.03.2026

Teheran

Irans Geheimdienst geht gegen Opposition vor

Der iranische Geheimdienst berichtet von Festnahmen. Auch Schusswaffen und Satelliten-Internetgeräte sollen sichergestellt worden sein

 18.03.2026