Ehrung

Deutscher, Patriot, Jude

Vaterlandsliebe, Dienstgehorsam und Kriegsbegeisterung: Leo Löwenstein war ein Patriot durch und durch. Als das Deutsche Kaiserreich am 1. August 1914 mobilmachte und Russland den Krieg erklärte, zögerte der junge Jude aus Aachen nicht einen Augenblick. Freiwillig und mit großer Emphase meldete sich Löwenstein beim Heer, um für Vaterland und Kaiser Wilhelm zu kämpfen. Noch während des Krieges entwickelte der studierte Chemiker ein Verfahren zur Schallmessung, von dem die Kaiserliche Armee immens profitierte.

Erfreulich Um Löwenstein und seine Verdienste zu ehren, hat die Bundeswehr nun eine Kaserne in dessen Heimatstadt Aachen nach ihm benannt. Der Historiker Julius H. Schoeps begrüßte die Ehrung des 1879 geborenen Offiziers. »Leo Löwenstein und seine jüdischen Kameraden waren Patrioten, sie haben für Deutschland ihr Leben gelassen«, sagte Schoeps. Dass die Bundeswehr dies mit der Umbenennung der Kaserne in Löwensteins Heimatstadt würdige, sei ein außerordentlich erfreulicher Schritt.

Rund 70.000 jüdische Soldaten kämpften während des Ersten Weltkriegs für das Kaiserliche Heer. Mehr als 10.000 von ihnen starben an der Front. Dies entspricht laut Schoeps dem Prozentsatz von gefallenen Soldaten der Mehrheitsbevölkerung. Gleichwohl wurden Juden in der deutschen Armee häufig Opfer von Antisemitismus und als »Drückeberger« diffamiert.

Kurz nach den Pogromen am 9. November 1938 wurden Leo Löwenstein und seine Frau zur Zwangsarbeit verurteilt. Im Jahr 1943 wurde das Ehepaar ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Beide überlebten die Schoa und zogen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Schweden und von dort in die Schweiz. Während einer Reise nach Israel 1956 verstarb Löwenstein.

RIAS-Jahresbericht

Mehr antisemitische Vorfälle in Thüringen

Gewaltandrohungen und Angriffe gab es vor allem im öffentlichen Raum

 26.08.2026

Kiel

Schleswig-Holstein setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Jüdinnen und Juden im nördlichsten Bundesland sind verunsichert. Die Landesregierung beschließt nun einen Aktionsplan gegen Judenhass

 26.08.2026

Interview

»Der politische Islam will die Gesetze im Sinne der Scharia verändern«

Der Investigativjournalist Sascha Adamek über die stetige islamistische Unterwanderung der Gesellschaft

von Ninve Ermagan  26.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Exklusiv-Interview

»Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor Götz Aly über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

Parteien

Umfrage: So denken die Deutschen über die AfD

Brandmauer? Parteiverbot? Das Insa-Institut hat nachgefragt

 25.08.2026

Washington D.C./Teheran

Iran soll Kopfgeld auf Barron Trump ausgesetzt haben

Unter dem Titel »Wo kann man Barron Trump töten?« widmete das iranische Staatsfernsehen dem 20-Jährigen einen dreiminütigen Beitrag

 25.08.2026

Frankreich

Raphaël Glucksmann will Präsident werden – und spaltet die Linke

Der jüdische Europaabgeordnete stammt aus einer politisch und intellektuell geprägten Familie

 25.08.2026

Norwegen

Wandbild in Oslo ehrt palästinensische Terroristin

Ein überdimensionales Wandbild im Zentrum der norwegischen Hauptstadt zeigt unter anderen die frühere PFLP-Terroristin Leila Khaled, die von der verantwortlichen Gruppe als »Widerstandskämpferin« bezeichnet wird

 25.08.2026 Aktualisiert