Jerusalem

Deutsche Studierende gehen trotz Krieg nach Israel

Die Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion in Jerusalem Foto: picture alliance / imageBROKER

Trotz der angespannten Lage in Israel beginnt auch dieses Jahr ein Theologisches Studienjahr in Jerusalem. An dem gut achtmonatigen Programm nehmen vom 15. September an elf deutsche Studierende teil, wie die veranstaltende Dormitio-Abtei am Montag mitteilte. Die Rolle des Studiendekans teilt sich erstmals ein Ehepaar, die Freiburger Neutestamentlerin Friederike Eichhorn-Remmel und der Dogmatiker Daniel Remmel. Das von dem Benediktiner Laurentius Klein (1928-2002) begründete Studienjahr findet zum 52. Mal statt.

Nach dem Ausbruch des Zwölftagekriegs zwischen Israel und dem Iran Mitte Juni stand das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanzierte Programm wegen der iranischen Raketenangriffe vorübergehend in Frage. Von den aktuellen Teilnehmern sind sieben evangelische Theologiestudierende und vier katholische.

»Wichtig, Differenzierung zu lernen«

Der Benediktinerabt der Dormitio, Nikodemus Schnabel, sagte, angesichts zunehmender Propaganda, Vorurteile und Schwarz-Weiß-Denkens sei es »wichtig, Differenzierung zu lernen«, die »Vielstimmigkeit der Realitäten im Heiligen Land« zu erleben und Sichtweisen von Juden, Muslimen und Christen aus erster Hand zu erfahren. Gerade in Zeiten, die »wenig Hoffnung« weckten, brauche es »mehr Theologie«, so Schnabel, selbst Absolvent des Studienjahrs.

Ziel des Programms ist, Studierenden der evangelischen und katholischen Theologie in Jerusalem vertiefte Kenntnisse der Exegese des Alten und Neuen Testaments und der Archäologie sowie eine intensive Beschäftigung mit Judentum, Islam und christlicher Ökumene zu ermöglichen. Neben Professoren aus dem deutschen Sprachraum werden regelmäßig auch Gastdozenten israelischer und palästinensischer Hochschulen eingeladen.

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