»Entschädigungen«

Deutlich mehr Geld für Schoa-Überlebende

Der Bundestag in Berlin (Bild vom 17. Mai 2019) Foto: imago

Erhebliche materielle und soziale Verbesserungen für Überlebende der Schoa hat die Claims Conference mit der Bundesregierung ausgehandelt. Der Betrag für Dienstleistungen der Sozialfürsorge für Holocaust-Überlebende wird im Jahr 2020 um 44 Millionen Euro aufgestockt.

Der Gesamtbetrag beläuft sich nun auf 524 Millionen Euro. Das teilte der Präsident der Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Julius Berman, am Dienstag mit.

VERSORGUNG Mit dem Geld kann die Claims Conference soziale Leistungen für 132.000 jüdische NS-Opfer, die auf der ganzen Welt leben, finanzieren und ihnen Entschädigungsrenten zahlen. 78.000 dieser Überlebenden sind pflegebedürftig, weitere über 54.000 Überlebende können so bei der Versorgung mit Essen und Medizin, bei Arztbesuchen und mit Programmen gegen soziale Vereinsamung versorgt werden.

Erstmals erhalten auch »Gerechte unter den Völkern« vom Auswärtigen Amt eine monatliche Rente.

Zu den Ergebnissen der diesjährigen Verhandlungen der Claims Conference mit der Bundesregierung gehören auch einige Neuerungen: Ab dem 1. Januar 2020 können überlebende Ehegatten eine Fortzahlung der laufenden Rentenbezüge über neun Monate nach dem Tod des Rentenbeziehers erhalten. Mit diesen Geldern können etwa Bestattungskosten übernommen werden, aber auch Lebenshaltungskosten oder andere finanzielle Erfordernisse können so zumindest teils abgedeckt werden.

Im Rahmen ihrer Entschädigungsprogramme wird die Claims Conference rund 340 Millionen Euro direkt an über 60.000 Holocaust-Überlebende in 83 Länder auszahlen. Die Beträge der Monatsrenten erhöhen sich dabei wie folgt: ab dem 1. Juli 2019 auf 446 Euro rückwirkend ab dem 1. Januar 2019, ab dem 1. Januar 2020 auf 513 Euro und ab dem 1. Januar 2021 auf 580 Euro. Was die Claims Conference ausgehandelt hat, ist eine Steigerung der Rentenbeträge um 46 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren.

YAD VASHEM Erstmals wurde zudem vereinbart, dass Personen, die von der Jerusalemer Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem als »Gerechte unter den Völkern« anerkannt wurden, vom Auswärtigen Amt eine monatliche Rente erhalten.

Der Betrag für Holocaust-Überlebende wird im Jahr 2020 um 44 Millionen Euro aufgestockt.

Bevor die Verhandlungen begannen, hatten die Delegationen von Bundesregierung und Claims Conference gemeinsam in New York Schoa-Überlebende in deren Wohnungen besucht, um aus erster Hand mehr über die oft schwierigen Lebensbedingen zu erfahren, mit denen Überlebende zu kämpfen haben.

»Die von unserer Verhandlungsdelegation in harter Arbeit erreichten zusätzlichen Vergünstigungen hinsichtlich von Entschädigungsleistungen und höheren Zuwendungen für Sozialleistungen tragen dazu bei, den Lebensabend der Überlebenden würdig zu gestalten«, sagte Claims-Conference-Präsident Berman. »Dafür zu kämpfen, bleibt unser moralischer Imperativ, solange es noch Überlebende unter uns gibt.«  ja

Gaza

Hilfsorganisationen fordern sofortigen Waffenstillstand

Deutschland müsse mehr gegen das Leid tun, heißt es in einem Appell. Wichtige Aspekte werden ausgespart

 21.02.2024

Frankfurt am Main

Schuster: Jüdische Akademie wird teurer und später eröffnet

Die Einrichtung wird »nicht vor Mitte 2025« ihre Arbeit aufnehmen

 21.02.2024

Frankfurt am Main/Tel Aviv/Toronto

Bedrohter Rabbiner: Deutsche Behörden waren sehr hilfreich

Der kanadische Geistliche war am Frankfurter Flughafen von einem Judenhasser bedroht worden

von Imanuel Marcus  20.02.2024

Zentralrat

Jüdische Gemeinde Berlin jetzt im Zentralrat-Präsidium

Zuvor hatte es Streit zwischen der Gemeinde und dem Zentralrat gegeben

 20.02.2024

Großbritannien

Prinz William fordert Ende der Kämpfe und Freilassung der Geiseln

Die Hilfe müsse ankommen und die Geiseln freigelassen werden, sagt der Thronfolger

 20.02.2024

Berlin

Israelfeindliche Sprechchöre bei Gedenkdemo für Hanau-Opfer

Die Polizei leitete 21 Ermittlungsverfahren ein - auch wegen Volksverhetzung

 20.02.2024

Operation gegen den Terror

Pistorius besucht Fregatte vor Einsatz im Roten Meer

Am Freitag soll die »Hessen« in den wohl gefährlichsten Marine-Einsatz der Bundeswehr-Geschichte starten

 20.02.2024

Judenhass an Hochschulen

Bildungsministerin: Unis müssen gegen Antisemitismus vorgehen

In vielen Bundesländern sei Exmatrikulation möglich, sagt Bettina Stark-Watzinger (FDP)

 20.02.2024

Ausbildung

So werden Lehrer auf Antisemitismus vorbereitet

Ein Zusatzstudiengang in Würzburg soll Lehrerkräften helfen, auf Judenhass zu reagieren

von Vanessa Köneke  20.02.2024