Meinung

Der Tod und die Helfer

Am Freitag hat der Bundesgerichtshof ein Grundsatzurteil zum Thema Sterbehilfe gefällt. Ein Anwalt, der der Tochter einer jahrelang im Wachkoma liegenden Frau geraten hatte, die künstliche Ernährung der Sterbenskranken zu beenden, wurde vom Vorwurf des gemeinschaftlichen Totschlags freigesprochen. Eine wichtige Entscheidung, zu der sich sofort evangelische und katholische Kirche, die Justizministerin und alle politischen Parteien äußerten. Auch Marburger Bund, Deutsche-Hospiz-Stiftung, Gesellschaft für Palliativmedizin sowie der Deutsche Anwaltsverein meldeten sich zu Wort. Und die jüdische Stimme? Fehlanzeige. Wieder einmal nichts zu hören. Dabei gibt es klare Positionen: Laut Halacha ist Sterbehilfe verboten. Dies hat unter anderem mit dem Tötungsverbot und dem Glauben, dass das menschliche Leben eine Leihgabe ist, zu tun. Es ist wichtig, die Meinung aus Tora und Talmud zu hören, denn die Debatte wird weitergehen. Rabbiner und jüdische Ärzte müssen sich daran beteiligen. Weil es die Öffentlichkeit hören sollte, weil es den Diskurs bereichert – und weil auch jüdische Patienten und Angehörige wissen müssen, woran sie sind. Gerade, wenn das Leben endet.

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

Faktencheck

Henry Kissinger wollte die »weiße Rasse« nicht beseitigen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger werden immer wieder völlig frei erfundene Zitate zugeschrieben. Etwa, dass er die »weiße Rasse« durch multikulturelle Gesellschaften habe ersetzen wollen

 14.07.2026

Washington D.C.

Trump droht mit Angriff: Was über »Pickaxe Mountain« bekannt ist

Den Berg, der eine Atomanlage beherbergt, bezeichnet der US-Präsident als mögliches Ziel für einen »großen, fetten« Angriff

 14.07.2026

Osnabrück/Doha

Iron-Dome-Deal zwischen Israel und VW droht an Katar-Veto zu scheitern

Ein Verteidigungsdeal mit Israel und Hunderte Arbeitsplätze am VW-Standort Osnabrück sind in Gefahr, da der katarische Staatsfonds blockiert

 14.07.2026

Washington D.C.

USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?

Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?

von Franziska Spiecker, Khang Mischke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Streit um Israel-Sanktionen: Kritik an Wadephul aus der SPD

In der EU wird über den Umgang mit der israelischen Siedlungspolitik gerungen. Der Bundesaußenminister tritt bei Sanktionen auf die Bremse. Das kommt beim Koalitionspartner gar nicht gut an

 14.07.2026