Religionsvertreterin

Debatte um Nurhan Soykan

Stand massiv in der Kritik: Nurhan Soykan Foto: dpa

Um die neue Vertreterin beim Auswärtigen Amt für den Islam, Nurhan Soykan, ist eine Debatte entbrannt. Wie der »Tagesspiegel« berichtete, geht es dabei zum einen um den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und seine teils umstrittenen Mitgliedsverbände, zum anderen um Soykan selbst, der vorgeworfen wird, in Sozialen Medien und mit öffentlichen Äußerungen die nötige Distanz zu Antisemiten und Islamisten vermissen zu lassen.

So habe sie vor einigen Jahren unter anderem den antisemitischen Al-Quds-Marsch verteidigt. Soykan ist Generalsekretärin des ZMD.

»Warum muss ausgerechnet diese Person die Verantwortung für Frieden mit religiösen Gemeinschaften weltweit tragen?«

Ahmad Mansour, Islam- und Antisemitismus-Experte

Der Islam- und Antisemitismus-Experte Ahmad Mansour und der Grünen-Politiker Volker Beck machten ihrem Unmut über die Personalie auf Twitter Luft. So schrieb Beck, dass er nicht verstehe, warum das Auswärtige Amt »eine Vertreterin dieses problematischen Verbandes« berufen habe.

VERANTWORTUNG Mansour twitterte, dass weder das Außenamt noch Außenminister Heiko Maas (SPD) erklären könnten, »warum ausgerechnet diese Person die Verantwortung für Frieden mit religiösen Gemeinschaften weltweit ansprechen soll«.

Kritik gab es laut »Tagesspiegel« auch aus CDU, FDP und von der Linken. Der CDU-Religionsexperte Christoph de Vries beschrieb den ZMD demnach als hochproblematisch; die stärksten Mitgliedsvereine des Rats würden den Muslimbrüdern und der rechtsextremen Bewegung der Grauen Wölfe zugerechnet.

Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdalen erklärte, Maas mache sich im Kampf gegen Antisemitismus mit dieser Personalie unglaubwürdig.

POSITIV? Der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Burhan Kesici, begrüßte hingegen in Berlin die Entscheidung des Auswärtigen Amtes, Soykan als Beraterin im Team »Religion und Außenpolitik« aufzunehmen: »Diese Entscheidung findet in unserer Community und bei unseren Mitgliedern großen Anklang und wurde durchweg positiv bewertet.«

Die Abteilung »Religion und Außenpolitik« war vor zwei Jahren im Auswärtigen Amt eingerichtet worden. Vorläufer war ein Arbeitsstab namens »Friedensverantwortung der Religionen«, der mit einer Konferenz im Mai 2017 in die Öffentlichkeit trat. Das Judentum vertritt der Rabbiner in spe, Markus Feldhake, das Christentum der evangelische Pastor Peter Jörgensen. kna

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Wahl in Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor Regierungsbeteiligung der Linken

Präsident Josef Schuster hat sich trotz des Wahlsiegs der Partei Die Linke in Berlin dagegen ausgesprochen, diese mit Regierungsverantwortung zu betrauen

 20.09.2026

Landtagswahlen

Merz: CDU-Ergebnis in MV »ein Desaster«

Die CDU muss bei den Wahlen zu den Landesparlamenten in der Hauptstadt und im Nordosten Verluste einstecken. Der Kanzler und Parteivorsitzende äußert sich gleich kurz nach Schließung der Wahllokale

 20.09.2026

Landtagswahl

Hochrechnungen: Linke bei Berlin-Wahl klar vor CDU

In den Umfragen lagen Linke und CDU zuletzt in etwa gleichauf. Nach den ersten Zahlen deutet sich ein deutlicher Gewinner an

 20.09.2026 Aktualisiert

Landtagswahl

Hochrechnungen: AfD knapp vor SPD in MV - CDU zittert

In Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit ihrer SPD in den vergangenen Wochen eine Aufholjagd hingelegt. Nach ersten Zahlen verfehlt ihre Partei dennoch Platz eins

 20.09.2026 Aktualisiert

Nahost

Regierungstruppen im Jemen erobern Gebiete von Huthi zurück

Nach der Blitzoffensive der Huthi laufen die Gefechte im jemenitischen Gebirge weiter. Einen strategischen Erfolg kann aber keine der Konfliktparteien erreichen

 20.09.2026

Sachsen-Anhalt

Halle: Gemeindevorsitzender hat keine Angst vor AfD-Regierung

Max Privorozki kritisiert in einem aktuellen Interview das Geschichtsbild der AfD in Sachsen-Anhalt. Er wolle jedoch abwarten, »was die Partei tatsächlich umsetzen würde«

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026

Nahost

Bedroht der Huthi-Vormarsch im Jemen den Welthandel?

Die Huthi-Miliz bringt im Jemen die Einfahrt zum Roten Meer unter ihre Kontrolle. Bisher scheint sich die Lage für die Schifffahrt nicht zuzuspitzen

 20.09.2026