Debatte

»Das Problem ist nicht ausgestanden«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Marco Limberg

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»Das Problem ist nicht ausgestanden«

Zentralrat: Rückzug von documenta-Chefin Schormann überfällig. Aber noch sehr viele Schritte zu gehen

 17.07.2022 13:01 Uhr

Der Rückzug der Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, war aus Sicht des Zentralrats der Juden in Deutschland ein »überfälliger Schritt, der viel zu spät kommt«. »Die documenta, aber noch viel schlimmer, das Ansehen der Bundesrepublik hat durch das unverantwortliche Handeln immensen Schaden genommen«, teilte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Sonntag mit.

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Schuster betonte weiter: »Das Problem mit dieser documenta ist mit dem Rücktritt Schormanns nicht ausgestanden. Es sind noch viele, sehr viele Schritte zu gehen.« Verantwortungsträger müssten nun einen kritischen Blick in alle vom Bund getragenen und geförderten Kultureinrichtungen werfen.

Schormann hatte am Samstag nach den Antisemitismus-Skandalen bei der documenta ihr Amt als Generaldirektion der Kunstausstellung in Kassel niedergelegt. Aufsichtsrat und Gesellschafter hätten sich mit ihr verständigt, den Dienstvertrag kurzfristig aufzulösen, hatte das Kontrollgremium mitgeteilt. 

Die Mitte Juni eröffnete documenta fifteen stand unter anderem wegen Antisemitismus-Vorwürfen gegen das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa massiv in der Kritik. Jüdische Künstler aus Israel wurden erst gar nicht eingeladen. 

Kurz nach Beginn der Schau, die neben der Biennale in Venedig als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt, wurde eine antisemitische Arbeit entdeckt. Das Banner »People’s Justice« des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi wurde daraufhin abgehängt. dpa/ja

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