Meinung

Das Leid mit dem Kreuz

Straßburg hat entschieden: In staatlichen Schulen dürfen Kruzifixe hängen. Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sieht in der Darstellung des gekreuzigten Jesus weder das Recht auf Bildung noch das auf Religionsfreiheit verletzt. Es lasse sich nicht beweisen, »ob ein Kruzifix an der Wand eines Klassenzimmers einen Einfluss auf die Schüler hat«, so die Richter.

Horrorfilm Einspruch, Euer Ehren! Das Bild eines Mannes, dessen Körper an Holzbalken genagelt ist, wirkt sich sehr wohl auf Heranwachsende aus. Christlich sozialisierten Schülern mag der Anblick des Gekreuzigten vertraut sein. Sie kennen die Leidensszene aus Kirchen oder von zu Hause. Doch jüdisch, muslimisch oder atheistisch erzogene Kinder werden ihre Augen nur schwer davon abwenden können. Wenn sie nicht gerade Horrorfilme lieben, muss dieser Anblick sie erschüttern. Er wird sie vom Unterrichtsgeschehen ablenken und verfolgt sie schlimmstenfalls bis in den Schlaf. Die Darstellung des gekreuzigten Jesus wirft bei ihnen Fragen auf, die weder Lehrer noch Mitschüler beantworten sollten, sondern allein die Eltern.

Umso wichtiger, dass ihnen diese Szene nicht in der Schule begegnet. Religion ist Privatsache. Eine christliche Theologie, wonach Jesus für die Sünden der Menschen gestorben sei, gehört nicht an staatliche Bildungseinrichtungen – von antijüdischen Märchen, wer den Leidenden ans Kreuz genagelt hat, ganz zu schweigen

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Kunstwelt

»100 Euro für einen Picasso«

Der französische Informatiker Ari Hodara über den unerwarteten Gewinn eines Millionen Euro teuren Gemäldes

von Nicole Dreyfus  27.04.2026

Berlin

Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen

Der Bundesaußenminister reist zu den Vereinten Nationen nach New York. Im Zentrum des Besuchs steht der Iran-Krieg. Doch es geht auch um die Rolle der Weltorganisation insgesamt

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Hamburg

Mutmaßlicher Block-Entführer: »Ich bin kein Verbrecher«

Er ist ein weiterer mutmaßlicher Entführer der Block-Kinder, den das Landgericht befragt. Der Israeli berichtet, was seine Aufgabe bei der Rückholaktion war

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Brüssel

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Der Kanzler stellt dem Iran eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht, wenn Teheran eine Reihe von Bedingungen erfüllt. In der EU stößt er damit auf Skepsis

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Stuttgart

Skandal im Gericht: Anwälte proben Aufstand

Israelfeindliche Aktivisten stehen in Stammheim vor Gericht. Der Auftakt wird zum Eklat. Gericht und Verteidigung geraten beispiellos aneinander

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Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert

Nahost

Iran bietet USA Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus an

Gerade hatte Präsident Trump seine Vermittler zurückgerufen, als Teheran einen Vorschlag unterbreitete. Dieser klammert das iranische Atomprogramm vorerst aus

 27.04.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026