Einspruch

Das kann Schule machen

Vyacheslav Yosef Dobrovych Foto: privat

Einspruch

Das kann Schule machen

Vyacheslav Dobrovych fordert einen Perspektivwechsel, um den Lehrermangel zu bekämpfen

von Vyacheslav Dobrovych  31.08.2023 09:32 Uhr

Seit Jahren herrscht in Deutschland ein eklatanter Lehrermangel. Was kann getan werden, um die Anzahl derer, die ihr Leben dem Lehren widmen, zu vergrößern? Könnte das Judentum einen Denkanstoß in die gewünschte Richtung geben?

Juden gelten als bildungsaffin. Eltern investieren eher in einen Lehrer für ihre Kinder als in Luxusgüter und Konsum, im Zweifelsfall mehr in Bildung als in zusätzliches Essen oder Kleidung. Eine Erklärung dafür ist, dass eine ständig bedrohte Minderheit in der Ausbildung eine der wenigen Investitionen sah, die nicht der nächsten antisemitischen Aggression zum Opfer fiel.

religion Eine andere Erklärung liegt in der Religion begründet. Unsere Weisen lehren, dass das Studium der Tora das größte Gebot ist und Gʼttes Segen hervorruft. Tora zu lernen und zu lehren, dies war stets das Ziel unzähliger frommer Juden.

Juden gelten als bildungsaffin. Eltern investieren eher in einen Lehrer für ihre Kinder als in Luxusgüter und Konsum.

Durch die Säkularisierung im 19. Jahrhundert erhielt der religiöse Bildungseifer der jüdischen Bevölkerung ein weltliches Element. Die aus Familien stammenden Juden, bei denen die religiöse Bildung an erster Stelle stand, wurden innerhalb kürzester Zeit zu den führenden Köpfen ihrer jeweiligen säkularen Disziplinen.

wertschätzung Wenn wir aus der jüdischen Geschichte lernen wollen, so ist der erste Schritt zur Beseitigung des Lehrermangels, ein Klima zu fördern, in dem Lernen und Lehren wertgeschätzt werden. Dies beinhaltet natürlich, dass diese Arbeit angemessen entlohnt wird, dies beinhaltet aber auch, eine völlig neue Sicht auf das Verhältnis von Wissen und Besitz zu entwickeln.

Wer gilt als Held und als Vorbild? Sind es die, die sich möglichst viel Wissen und Weisheit angeeignet haben, um sie an die nächste Generation weiterzugeben – oder sind es diejenigen, die möglichst schnell zu viel Geld gekommen sind und nun mit ihrem Reichtum protzen können? Um diese Fragen geht es im Kern beim Thema Lehrermangel.

Der Autor ist Religionslehrer der Jüdischen Gemeinde Osnabrück.

Stuttgart

Prozess um Palästina-Aktivisten: Angeklagte in Saal getragen

Am dritten Verhandlungstag weigern sich die Angeklagten erneut, hinter dem Sicherheitsglas Platz zu nehmen – und werden von Justizbeamten in den Saal getragen

 20.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Köln

Verfassungsschutz darf »Jüdische Stimme« als extremistisch einstufen

Der Verein hetze »kontinuierlich gegen den Staat Israel«, urteilte das Verwaltungsgericht Köln – und entschied anders als zuvor Berliner Richter

 20.05.2026

Zivilgesellschaft

»Beschränkt«: Für Brot für die Welt ist Deutschland nur drittklassig

Die evangelische Hilfsorganisation hat ihren jährlichen Bericht »Atlas der Zivilgesellschaft« vorgelegt. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil für Deutschland - und für Israel

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

New York

Drahtzieher gefasst?

In den USA sitzt der Iraker Mohammad al-Saadi in Haft, der hinter der jüngsten Terrorserie gegen jüdische Ziele in Europa stecken soll

von Michael Thaidigsmann  20.05.2026

Antisemitismus

RIAS registriert weiterhin hohes Maß an antisemitischen Vorfällen

Von einer weiteren Enthemmung antisemitischer Ausdrucksformen im öffentlichen Raum ist im neuen Jahresbericht die Rede

 20.05.2026 Aktualisiert

New York/Teheran

Bericht: Israel und USA wollten Ahmadinedschad wieder an die Macht bringen

Ahmadinedschad sei in die Überlegungen eingeweiht gewesen, heißt es in einem Zeitungsbericht

 20.05.2026

Washington D.C.

»Wir sind bereit«: Vance verteidigt Iran-Kurs der USA

»Das ist kein ewiger Krieg. Wir werden unsere Aufgaben erledigen und nach Hause zurückkehren«, sagt der amerikanische Vizepräsident

 20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026