Anita Lasker-Wallfisch

»Das Internet ist ein Paradies für Feiglinge«

Anita Lasker-Wallfisch ist eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz. Foto: Rolf Walter/Xpress

Anita Lasker-Wallfisch (94), Holocaust-Überlebende und als »Cellistin von Auschwitz« bekannt geworden, ist besorgt über Antisemitismus im Internet. »Das Internet ist ein Paradies für Feiglinge, dort kann man andere anonym und ungestraft beleidigen und sich dabei auch noch wohlfühlen«, sagte sie am Dienstag im Interview mit t-online.de aus Anlass des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai.

Gedenkjahr »Hetzer im Internet müssen identifiziert und bestraft werden«, forderte sie. Im Gedenkjahr 2020 beklagte Lasker-Wallfisch auch in Deutschland »immer noch antisemitische Umtriebe.«

Auch das Vorhandensein der AfD im Bundestag beunruhigt die Musikerin: »Das macht mir große Sorge, wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass sich das alte Übel nicht wieder einschleicht.«

Zugleich äußert sie sich hoffnungsfroh: »Es gibt ja auch viele junge Menschen, die sich gegen die AfD stellen. Ich hoffe, dass am Ende die Vernunft siegt.«

Die 1925 in Breslau geborene Cellistin ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz. Sie war später Mitbegründerin des English-Chamber-Orchesters. Als prominente Persönlichkeit unter den Zeitzeugen sprach sie am Internationalen Holocaust-Gedenktag 2018 vor dem Bundestag. kna

Shelly Meyer

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