Waffenstillstand

Das bietet Benjamin Netanjahu der Hisbollah an

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Flash90

Die israelische Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Forderungen für ein Waffenstillstandsabkommen mit der Terrororganisation Hisbollah im Libanon in einem Dokument aufgelistet. Dazu gehören eine selbst durchgeführte Entwaffnung der Terrororganisation Hisbollah und ein ungehinderter Zugang zum libanesischen Luftraum.

Die Forderungsliste wurde laut israelischen und amerikanischen Medienberichten Amos Hochstein übermittelt, dem Nahost-Beauftragten von US-Präsident Joe Biden, der noch heute zu Gesprächen mit Libanon erwartet wird. Seine Mission ist das Herbeiverhandeln einer Vereinbarung, die den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel beenden soll.

Nach der Tötung von Hisbollah-Chef Nasrallah und anderer Terror-Anführer durch die israelischen Streitkräfte (IDF) ist ein Abkommen dieser Art nach Ansicht von Beobachtern wahrscheinlicher geworden. Der militärische Druck, der auf der vom Iran finanzierten Terrorgruppe lastet, könnte Wirkung zeigen.

Einzige bewaffnete Kraft

Seit dem 8. Oktober 2023 attackiert die Hisbollah Israel täglich mit Raketen. Um den Terror aus dem Norden zu stoppen und eine Rückkehr von Zehntausenden Israelis in ihre Wohnungen nahe der Grenze zu ermöglichen, eskalierten die IDF kürzlich ihren Kampf gegen den Terror. Selbst in Beirut greifen sie seither Terrorziele an.

Lesen Sie auch

Laut UNO-Resolution 1707 darf sich die Hisbollah gar nicht an der Grenze zu Israel aufhalten. Die UNFIL-Mission im Libanon hat es versäumt, den Beschluss der Weltorganisation durchzusetzen und einen Teil ihres Zwecks nicht erfüllt. Israel will daher selbst an der Entwaffnung beteiligt sein.

Wie Axios berichtet, will Israel in der Lage sein, eine »aktive Durchsetzung« der UNO-Resolution durchzuführen. Darin heißt es, die reguläre libanesische Armee dürfe die einzige bewaffnete Kraft im Süden des Libanons sein. Auch will die Regierung in Jerusalem den libanesischen Luftraum kontrollieren.

Verstärkung des UNFIL-Mandats

Laut Israel hat weder die UNFIL noch die libanesische Armee eingegriffen, während sich die Hisbollah seit der Verabschiedung der Resolution im Jahr 2006 immer weiter bewaffnete.

Axios zitierte einen israelischen Regierungsbeamten, der demnach angab, je mehr die UNFIL und die libanesische Armee täten, desto weniger müssten die IDF tun. Anderseits werde Israel mehr unternehmen, wenn die UNFIL und die Libanesen bei der Durchsetzung der Resolution weniger aktiv sein sollten.

Anxios berichtet, die USA wollten eine Verstärkung des UNIFIL-Mandats und der libanesischen Armee für diesen Zweck. im

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026