Kiel

Daniel Günther will härtere Strafen bei antisemitischen Taten

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Foto: picture alliance/dpa

Schleswig-Holstein will bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz die Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland zum Thema machen. »Wir bringen einen Beschlussvorschlag
ein, mit dem die Länder Antisemitismus und Antiisraelismus in jeglicher Hinsicht klar verurteilen«, erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Vorfeld. Der Rechtsstaat müsse solchen Vorfällen mit aller Entschlossenheit und den verfügbaren Mitteln begegnen.

»In dem Beschluss wird der Bund aufgefordert, Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden sowie gegen Israel als besonders schweren Fall der Volksverhetzung einzuordnen«, sagte Günther. Außerdem müssten die entsprechenden Strafgesetze so angepasst werden, dass das Mindeststrafmaß für antisemitisch und antiisraelisch motivierte Taten spürbar steigt. »Der Staat muss deutlich machen, dass er nicht bereit ist, diese Entwicklung hinzunehmen.«

Lesen Sie auch

Antisemitische Vorfälle in Deutschland seien kein Randphänomen. Dies zeigten etwa die tätlichen Angriffe im Rahmen der proisraelischen Demonstration am vergangenen Samstag in Kiel. Dabei wurde auch der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Schleswig-Holstein angegriffen.

Antisemitische Vorfälle haben aus Sicht des Ministerpräsidenten ein
unerträgliches Ausmaß erreicht. »Spätestens seit dem barbarischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 erleben wir eine zunehmende Radikalisierung – auf der Straße, in sozialen Netzwerken, im Kultur- und Wissenschaftsbereich«, sagte Günther. Dass solche Vorfälle zur Normalität werden, dürfe man nicht hinnehmen. Er unterstrich: »Unser Versprechen in Deutschland heißt: ‚Nie wieder‘«.

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder treffen sich am 5. März zur Konferenz in Berlin. dpa

Brandenburg

Cyberangriff auf Gedenkstätten

Immer wieder schädigen Ransomware-Attacken Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. In Brandenburg ist nun die Gedenkstätten-Stiftung betroffen

 11.08.2026

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Gerichtsurteil

Behörde darf Verbeamtung wegen Nähe zu Muslimbruderschaft ablehnen

Die Klägerin arbeitet als Sachbearbeiterin bei der Karlsruher Ausländerbehörde. Das Gericht hat Zweifel an ihrer Verfassungstreue

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026