Meinung

Da ist sie, die Revolution in Israel

Israelis wollen keine Frajer sein. Das ist der hebräische Ausdruck für jemanden, der von anderen über den Tisch gezogen, untergebuttert wird. Tatsächlich achten viele Israelis darauf, das letzte Wort zu behalten, am Bankschalter der Erste zu sein oder auf der Autobahn nicht überholt zu werden. Eins aber scheint ihnen in den letzten Jahren gänzlich durchgegangen zu sein: dass sie eigentlich alle Super-Frajer sind. Eine Nation der Frajer sozusagen.

Mittelstand Die Menschen geben alles für ihr Land, schicken ihre Kinder jahrelang zur Armee, zahlen sich durch horrende indirekte Steuern um den Verstand. Der Staat verkündet, der Wirtschaft gehe es ausgezeichnet und bedient sich gleichzeitig mit hämischem Grinsen bei den einfachen Bürgern: Er nimmt vom Mittelstand und gibt den Superreichen. Das normale Leben in Tel Aviv oder Jerusalem ist schon lange nicht mehr bezahlbar. Bei Miete, Kinderbetreuung oder an der Supermarktkasse erreichen die Preise astronomische Höhen. Anstatt einzugreifen und etwa die Mieten oder Kosten für Krippenplätze zu regulieren, verdient der Staat an den Preissteigerungen kräftig mit.

Doch jetzt haben die Israelis die Nase voll. Sie ziehen in Zelte und nutzen den Spaziergang mit ihren Kindern als Demonstrationszug. Bezahlbare Wohnungen! Schluss mit dem maroden Gesundheitssystem! Sie fordern lautstark, was ihnen zusteht. Da ist sie, die Revolution. Plötzlich gilt auch die alte Ausrede nicht mehr, man könne sich um keine internen Belange kümmern, weil ständig die äußere Bedrohung existiere. Heute heißt es: Ein starker Staat Israel braucht eine starke Gesellschaft. Deshalb wollen Israelis wirklich keine Frajer mehr sein. Endlich!

Teheran

Wieder Hinrichtungen nach Protesten im Iran

Die iranische Justiz wendet seit Monaten die Todesstrafe rigoros an. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten von Januar werden viele Männer gehängt

 01.06.2026

Flensburg

Sechs Monate Bewährung für »Juden haben hier Hausverbot«

Ein 60-jähriger Ladenbetreiber hatte per Aushang Juden Hausverbot erteilt. Jetzt wurde er wegen Volksverhetzung verurteilt

 01.06.2026

Berlin

Felix Klein: Social Media sind »Brandbeschleuniger für Antisemitismus«

Der scheidende Antisemitismusbeauftragte sieht die Betreiber von Instagram, TikTok und Co. in der Pflicht

 01.06.2026

Internationaler Gerichtshof

Wie Südafrika seine Genozid-Klage gegen Israel in die Länge zieht

Das Haager Weltgericht hat Pretoria eine Frist von 18 Monaten gewährt, um erneut seine Argumente für einen angeblichen Völkermord Israels in Gaza vorzubringen. Israel sieht die Klage hingegen als gescheitert an

von Michael Thaidigsmann  01.06.2026

Hamburg

Wegen pro-israelischem T-Shirt: Übergriff auf Schanzenfest

Laut Polizei haben in der Hansestadt mehrere Täter zwei Männer wegen eines Kleidungsstücks angegriffen

 01.06.2026

Washington D.C.

FBI sieht iranisch gesteuertes Terrornetzwerk hinter Anschlagsserie in Europa

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Iraker Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi, dem die US-Justiz eine führende Rolle bei der Koordinierung von Anschlägen vorwirft

 01.06.2026

Düsseldorf

Höchststrafe für Terroranschlag von Bielefeld

Vor einer Bar sticht ein IS-Anhänger auf Feiernde ein und verletzt sie lebensgefährlich – ein Gericht hat jetzt das Urteil über den Mann gefällt

 01.06.2026

Berlin

Friedman ruft Grüne zu mehr Widerstand gegen die AfD auf

In den anstehenden Landtagswahlkämpfen wollen die Grünen nicht so viel über die AfD sprechen. Doch Warnungen vor der »Partei des Hasses« finden großen Widerhall

 01.06.2026

Nahost

Bericht: Iran verfügt weiterhin über rund 1000 Raketen

Die iranischen Streitkräfte sollen einen Großteil der im Krieg beschädigten Zugänge zu unterirdischen Raketenanlagen wiederhergestellt haben

 01.06.2026