Meinung

Da ist sie, die Revolution in Israel

Israelis wollen keine Frajer sein. Das ist der hebräische Ausdruck für jemanden, der von anderen über den Tisch gezogen, untergebuttert wird. Tatsächlich achten viele Israelis darauf, das letzte Wort zu behalten, am Bankschalter der Erste zu sein oder auf der Autobahn nicht überholt zu werden. Eins aber scheint ihnen in den letzten Jahren gänzlich durchgegangen zu sein: dass sie eigentlich alle Super-Frajer sind. Eine Nation der Frajer sozusagen.

Mittelstand Die Menschen geben alles für ihr Land, schicken ihre Kinder jahrelang zur Armee, zahlen sich durch horrende indirekte Steuern um den Verstand. Der Staat verkündet, der Wirtschaft gehe es ausgezeichnet und bedient sich gleichzeitig mit hämischem Grinsen bei den einfachen Bürgern: Er nimmt vom Mittelstand und gibt den Superreichen. Das normale Leben in Tel Aviv oder Jerusalem ist schon lange nicht mehr bezahlbar. Bei Miete, Kinderbetreuung oder an der Supermarktkasse erreichen die Preise astronomische Höhen. Anstatt einzugreifen und etwa die Mieten oder Kosten für Krippenplätze zu regulieren, verdient der Staat an den Preissteigerungen kräftig mit.

Doch jetzt haben die Israelis die Nase voll. Sie ziehen in Zelte und nutzen den Spaziergang mit ihren Kindern als Demonstrationszug. Bezahlbare Wohnungen! Schluss mit dem maroden Gesundheitssystem! Sie fordern lautstark, was ihnen zusteht. Da ist sie, die Revolution. Plötzlich gilt auch die alte Ausrede nicht mehr, man könne sich um keine internen Belange kümmern, weil ständig die äußere Bedrohung existiere. Heute heißt es: Ein starker Staat Israel braucht eine starke Gesellschaft. Deshalb wollen Israelis wirklich keine Frajer mehr sein. Endlich!

Querfurt

AfD-Politiker verteidigt russische Armeetasse im Büro

Der AfD-Politiker Tillschneider empfängt einen Journalisten in seinem Wahlkreisbüro. Dort gerät eine Tasse mit rotem Stern in den Blick. Der Politiker will eine Veröffentlichung verhindern? Warum?

 30.08.2026

Förderung

Prien: Hohe Beteiligung bei »Demokratie leben!«

Für den Umbau des Förderprogramms hat die Familienministerin viel Kritik eingesteckt. Doch die CDU-Politikerin sieht sich bestätigt. Zugleich sagt sie: »Ich habe verstanden«

 30.08.2026

Iran-Krieg

Chamenei wirbt für gemeinsame Front gegen USA und Israel

Irans oberster Führer fordert die muslimischen Staaten auf, sich gegen die USA und Israel zu verbünden. Dazu wendet er sich mit einer seltenen Nachricht an die Öffentlichkeit

 30.08.2026

Berlin

Insa-Umfrage: AfD in Sonntagsfrage weiter vorn

Stünde jetzt eine Bundestagswahl an, entschiede sich nur knapp jeder dritte Wähler für eine der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD. Vorn liegt unverändert eine andere politische Kraft

 30.08.2026

Ina Czyborra

Berlin

Kein Antisemitismusbeauftragter vor der Abgeordnetenhauswahl

Das Auswahlverfahren für eine Ansprechperson an Hochschulen der Bundeshauptstadt ist vorerst gescheitert

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Interim

Christoph de Vries übernimmt zeitweise Amt von Felix Klein

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte Felix Klein wechselt als deutscher Vertreter zur OECD nach Paris. Bis seine Nachfolge geklärt ist, übernimmt der Parlamentarische Staatssekretär seine Aufgaben

von Anna Mertens  28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026