Meinung

Da ist sie, die Revolution in Israel

Israelis wollen keine Frajer sein. Das ist der hebräische Ausdruck für jemanden, der von anderen über den Tisch gezogen, untergebuttert wird. Tatsächlich achten viele Israelis darauf, das letzte Wort zu behalten, am Bankschalter der Erste zu sein oder auf der Autobahn nicht überholt zu werden. Eins aber scheint ihnen in den letzten Jahren gänzlich durchgegangen zu sein: dass sie eigentlich alle Super-Frajer sind. Eine Nation der Frajer sozusagen.

Mittelstand Die Menschen geben alles für ihr Land, schicken ihre Kinder jahrelang zur Armee, zahlen sich durch horrende indirekte Steuern um den Verstand. Der Staat verkündet, der Wirtschaft gehe es ausgezeichnet und bedient sich gleichzeitig mit hämischem Grinsen bei den einfachen Bürgern: Er nimmt vom Mittelstand und gibt den Superreichen. Das normale Leben in Tel Aviv oder Jerusalem ist schon lange nicht mehr bezahlbar. Bei Miete, Kinderbetreuung oder an der Supermarktkasse erreichen die Preise astronomische Höhen. Anstatt einzugreifen und etwa die Mieten oder Kosten für Krippenplätze zu regulieren, verdient der Staat an den Preissteigerungen kräftig mit.

Doch jetzt haben die Israelis die Nase voll. Sie ziehen in Zelte und nutzen den Spaziergang mit ihren Kindern als Demonstrationszug. Bezahlbare Wohnungen! Schluss mit dem maroden Gesundheitssystem! Sie fordern lautstark, was ihnen zusteht. Da ist sie, die Revolution. Plötzlich gilt auch die alte Ausrede nicht mehr, man könne sich um keine internen Belange kümmern, weil ständig die äußere Bedrohung existiere. Heute heißt es: Ein starker Staat Israel braucht eine starke Gesellschaft. Deshalb wollen Israelis wirklich keine Frajer mehr sein. Endlich!

Entscheidung

Bundesverfassungsgericht stoppt Reiche-Video über Kritik an Linken

Die Linke hat mit einer Klage gegen die Bundeswirtschaftsministerin zumindest vorläufig Erfolg gehabt: Katherina Reiche muss bis zu einer endgültigen Entscheidung einen Instagram-Post löschen, in dem sie der Partei Antisemitismus vorwirft

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

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Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

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Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

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 15.10.2026