Berlin

Bundeskanzler Scholz äußert sich zu Israels Justizreform

Bundeskanzler Olaf Scholz Foto: IMAGO/Metodi Popow

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich hinter die Bemühungen des israelischen Präsidenten Isaac Herzog um eine Entschärfung der von der rechts-religösen Regierung geplanten Justizreform gestellt. Er unterstütze Herzogs Ansatz, dass in dieser Frage nicht eine einfache Mehrheit über eine Minderheit entscheidet, sagte Scholz am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin.

Zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gehöre, »dass man vielleicht ein ganzes Leben lang Minderheit sein kann und sich trotzdem nicht fürchten muss«. Seine Hoffnung sei, dass demokratische Grundsätze wie Gewaltenteilung, Minderheitenschutz, Stabilität der Verfassung und breit getragene Zusammensetzung von obersten Gerichten auch in Zukunft in Israelgewahrt bleiben. 

Seit mehr als einem halben Jahr kommt es in Israel regelmäßig zu Massenprotesten gegen die Politik der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. An diesem Samstag demonstrierten Medienberichten zufolge mehr als hunderttausend Menschen in Tel Aviv.

Ende Juli hatte die Regierungskoalition im Rahmen des von ihr vorangetriebenen Justizumbaus ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das dem Obersten Gericht die Möglichkeit nimmt, gegen »unangemessene« Entscheidungen der Regierung vorzugehen. Kritiker stufen das Vorgehen der Regierung als Gefahr für Israels Demokratie ein und warnen, das Land sei dabei, sich in eine Diktatur zu verwandeln.

Netanjahus Regierung argumentiert dagegen, das Oberste Gericht sei in Israel zu mächtig und mische sich zu stark in politische Fragen ein. 

Im September will sich das Oberste Gericht mit Petitionen gegen das Gesetz befassen. Sollte das Gericht es einkassieren und die Regierung dies aber nicht akzeptieren, könnte Israel eine Staatskrise drohen. dpa

Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden

von Jürgen Prause  02.03.2026

Interview

»Dieses Regime darf keine Zukunft haben«

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour über die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran und die Maßnahmen, die Deutschland jetzt treffen sollte

von Michael Thaidigsmann  02.03.2026

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 02.03.2026

Nahost

Katar schießt zwei iranische Kampfjets ab

Der iranische Beschuss in der Golfregion lässt nicht nach. Zum ersten Mal meldet der Golfstaat Katar nun den Abschuss zweier Kampfflugzeuge

 02.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Krieg gegen Iran

Trump: »Die große Welle kommt erst noch«

Der US-Präsident hat noch umfassendere Angriffe gegen das Mullah-Regime in Teheran angekündigt und schließt auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus

 02.03.2026

Auswirkungen

Beauftragter Klein warnt vor Vergeltungsaktionen und Demos

Der Krieg in Nahost kann auch auf Deutschland überschwappen - in Form von Anschlägen oder antisemitischen Demonstrationen. Wie das aussehen kann, erklärt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung

 02.03.2026

Teheran

Stimmen aus Teheran

Den dritten Tag in Folge fliegt Israels Luftwaffe Angriffe im Iran. Vielen Menschen bereitet der Krieg und die ungewisse Zukunft Sorgen

 02.03.2026

Thüringen

Geheimdienstchef: Verdeckte Operationen Irans in Deutschland möglich

Landesverfassungsschutzchef Stephan Kramer spricht von einer »anhaltend hohen Gefährdungslage«

 02.03.2026