EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Islamismusforschung

Bundesforschungsminister Özdemir: Islamisten werden immer jünger

»Wer pauschal über Muslime spricht, der betreibt das Geschäft der Islamisten«, sagte Bundesforschungsminister Cem Özdemir Foto: Uwe Steinert

Islamisten werden nach Einschätzung von Bundesforschungsminister Cem Özdemir (Grüne) immer jünger. Deshalb sei es entscheidend, dass die Islamismus-Forschung dieses Phänomen unter Jugendlichen verstärkt in den Blick nehme und die Grundlagen für eine wirksame Präventionsarbeit schaffe, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Özdemir äußerte sich mit Blick auf die neue Förderrichtlinie seines Ministeriums für die Islamismusforschung. Seit 2020 förderte es demnach zwölf Forschungsverbünde mit insgesamt 15 Millionen Euro. Ab 2026 sollen weitere bis zu 15 Millionen Euro für die Fortführung entsprechender wissenschaftlicher Projekte zur Verfügung gestellt.

Peter R. Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College London, sprach von einer ernster werdenden Bedrohungslage, vor allem seit dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023. Seitdem rolle eine Terrorwelle auf Europa zu. Neumann betonte zudem, in den vergangenen Jahren seien zwei Drittel der in Westeuropa festgenommenen Islamisten 19 Jahre oder jünger gewesen. Ihre Radikalisierungsprozesse spielten sich heutzutage fast ausschließlich im Internet ab.

Deutschland hat zu lange geschlafen

»Es hat zu lange gebraucht, bis in unserem Land auch der Islamismus als Gefahr gesehen wurde«, monierte Özdemir. Islamisten verachteten das Wertefundament der demokratischen Gesellschaft. Dabei habe der Islamismus viele Gesichter und trete auch in Anzug und Krawatte auf. »Aber alle eint der Missbrauch der Religion«, so der Grünen-Politiker.

Der Islamismus ist dabei nach seinen Worten auch eine Gefahr für friedliche Muslime. Denn ein Ziel von Islamisten sei die Stigmatisierung von Muslimen durch die Mehrheitsgesellschaft. Ihnen nütze deshalb ein Generalverdacht gegen den Islam. »Wer pauschal über Muslime spricht, der betreibt das Geschäft der Islamisten«, sagte der Minister.

Besorgt zeigte sich Özdemir auch mit Blick auf die zunehmende Bedrohung öffentlicher Veranstaltungen. Städte und Gemeinden müssten inzwischen teilweise auf die Ausrichtung von Volksfesten verzichten, weil sie sich teure Sicherheitskonzepte nicht leisten könnten. »Da gerät etwas ins Rutschen«, stellte der Minister fest. kna

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026