Berlin

Bund und Länder lassen Gottesdienste wieder zu

Foto: imago/Westend61

In der Corona-Krise wollen Bund und Länder wieder Gottesdienstbesuche erlauben – allerdings müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag in einer Schaltkonferenz vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

feste Auch besondere religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen oder Hochzeiten sowie Trauergottesdienste sollen in kleinem Kreis möglich sein. Vorgeschrieben ist dabei unter anderem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gläubigen und Hygienevorkehrungen.

Zentralratspräsident Josef Schuster begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung und der Länder.  »Gottesdienste wieder weitestgehend zu ermöglichen, ist sehr erfreulich«, erklärte Schuster. Damit werde die grundgesetzlich verbriefte Religionsfreiheit ein Stück weit wiederhergestellt. Das Bundesverfassungsgericht habe gerade erst deutlich gemacht, »dass das pauschale Verbot von Gottesdiensten nicht verfassungskonform ist«.

Verantwortung Die jüdische Gemeinschaft werde ihrer Verantwortung nachkommen und Gottesdienste nur unter strikten Hygiene-Vorkehrungen durchführen, so Schuster weiter. »Ein entsprechendes Konzept hat der Zentralrat der Juden in der vergangenen Woche erarbeitet. Trotz der notwendigen Beschränkungen ist es immens wichtig für uns, wieder gemeinsam in der Synagoge Gottesdienste abhalten zu können. Gerade in der jetzigen Situation brauchen die Menschen Halt und Trost durch ihre Religion«, betonte der Zentralratspräsident.

Online-Angebote werde es dennoch weiterhin geben, »um auch jene Menschen zu erreichen, die durch die Corona-Pandemie nicht am Gottesdienst teilnehmen können«.

Für Gotteshäuser wie Kirchen, Moscheen und Synagogen galt in der Corona-Krise ab Mitte März ein Versammlungsverbot. Einzelne Länder haben dies aber bereits gelockert oder dies angekündigt.

So finden in Sachsen seit vergangener Woche wieder öffentliche Gottesdienste mit bis zu 15 Besuchern statt. Andere Länder wie Berlin, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben ähnliche Schritte für die kommende Woche angekündigt, Hessen schon für diesen Freitag.

Lockerungen Vor den nun vereinbarten bundesweiten Lockerungen für Gotteshäuser hatte das Bundesinnenministerium mit Kirchen und Religionsgemeinschaften über Hygienekonzepte gesprochen.

Der Zentralrat der Juden hatte daraufhin in Zusammenarbeit mit der Orthodoxen Rabbinerkonferenz und der Allgemeinen Rabbinerkonferenz sowie den Jüdischen Gemeinden in Deutschland entsprechende Empfehlungen zur Hygiene in Synagogen erarbeitet.

Eine Übersicht mit Vorsichtsmaßnahmen stimmte der Bund jetzt mit dem Robert Koch-Institut ab. Darin vorgesehen sind Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste im kleinen Kreis. Auf religiöse Ereignisse wie Wallfahrten oder Prozessionen mit vielen Menschen soll verzichtet werden. Menschen mit Krankheitssymptomen sollen zu Hause bleiben, Weihwasserbecken werden nicht gefüllt.

Unter welchen Bedingungen religiöse Feiern wieder stattfinden sollen, haben die Religionsgemeinschaften jeweils für sich ausbuchstabiert. Die Evangelische Kirche in Deutschland plant zunächst Gottesdienste ohne Singen und Blasinstrumente, um das Infektionsrisiko zu senken. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz empfiehlt bislang leises Singen und besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Kommunion.  dpa/ja

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert