Belgien

Brüsseler Uni setzt Zusammenarbeit mit Israel vollständig aus

Besetzung eines Gebäudes der ULB in Brüssel am 7. Mai Foto: picture alliance / Anadolu

Die wichtigste Hochschule Brüssels legt ihre institutionelle Zusammenarbeit mit israelischen Partneruniversitäten auf Eis. Das Leitungsgremium der Freien Universität Brüssel (ULB), der Akademische Rat, beschloss am Montag mit großer Mehrheit, die Teilnahme der ULB an institutionellen Forschungsabkommen und -projekten, an denen auch israelische Universitäten beteiligt sind, vorerst auszusetzen.

In der Praxis betrifft dies nur die Zusammenarbeit mit der Universität Tel Aviv, die bereits im März von der ULB teilweise ausgesetzt worden war.

Gleichzeitig, so der Beschluss, würden auch keine neuen Abkommen mit palästinensischen Hochschulen abgeschlossen, bis diese sich jeweils klar zu den Forderungen des Internationalen Gerichtshofs in dessen Verfügung vom 24. Mai 2024 und zur Freilassung der israelischen Geiseln bekennen oder diese freigelassen würden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf individueller Ebene, so das Gremium, könne die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen ULB-Forschern und ihren Kollegen an israelischen und palästinensischen Universitäten aber fortgeführt werden.

Bereits im Dezember 2023 hatte sich die ULB zusammen mit den anderen Universitäten in Brüssel und dem französischsprachigen belgischen Landesteil Wallonien verpflichtet, die institutionelle Zusammenarbeit mit Organisationen auszusetzen, die Verletzungen des Völkerrechts und der Menschenrechte wiederholt unterstützen oder direkt in diese verwickelt sind.

Protest vor einen Hörsaal der ULBFoto: picture alliance / Anadolu

Gemäß dieser Verpflichtung, so die Universität, habe man eine gründliche Analyse der bestehenden Partnerschaften und Abkommen mit israelischen Universitäten eingeleitet. Bereits am 25. März 2024 beschloss der Akademische Rat (dem Senat einer deutschen Hochschule vergleichbar), das Abkommen über den Austausch von Studierenden mit der Universität Tel Aviv auszusetzen.

Darüber hinaus wurden auch die von der Europäischen Union finanzierten Forschungsprojekte, an denen Akademiker und Forscher aus bestimmten israelischen Universitäten beteiligt sind, eingehend analysiert. Man prüfe derzeit weitere Schritte gegenüber der Europäischen Kommission.

An der 1834 gegründeten ULB sind rund 35.000 Studierende eingeschrieben. Dort und an anderen Hochschulen Belgiens war es in den letzten Wochen zu Besetzungen und anderen antiisraelischen Protestaktionen gekommen. mth

Angriffe

Schmierereien und Drohungen: Antisemitismus an NS-Gedenkstätten nimmt zu

Lehrer hätten bereits Führungen abgesagt, aus Angst, dass Schüler das Programm boykottieren

von Leticia Witte  18.03.2026

Debatte

»Linkspartei bietet Judenhass ein Zuhause«: Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik

Der jüngst gefasste Beschluss gegen »den heute real existierenden Zionismus« vertreibe »jene Stimmen aus der Partei, die noch einen moralischen Kompass besitzen«, betont Josef Schuster

 18.03.2026

Krieg gegen Iran

Estland für Einsatz in Straße von Hormus offen

US-Präsident Trump fordert Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus. Einige Verbündete lehnen dies ab. Estland zeigt sich zumindest offen, eine mögliche Beteiligung zu diskutieren

 17.03.2026

Rechtsextremismus

Razzien bei »Letzter Verteidigungswelle«

Die Polizei rückt zu Durchsuchungen gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen »Letzten Verteidigungswelle« aus. Auch diesmal haben die Ermittler erschreckend junge Beschuldigte im Blick

von Jacqueline Melcher  17.03.2026

Fördergeld-Affäre

Staatanwaltschaft prüft Anfangsverdacht gegen Wedl-Wilson

Die Ermittler wollen prüfen, ob die Kultursenatorin sich der Untreue schuldig gemacht haben könnte

 17.03.2026

Die Linke

Genossen werfen Gregor Gysi »rassistische Narrative« vor

Der Ex-Fraktionschef hatte sich in einem Interview zu der Frage geäußert, warum der Antisemitismus in der Partei zunehme

von Verena Schmitt-Roschmann  17.03.2026

Antisemitismus

»Es bleibt eine Sekte«: So reagieren Linke auf Büttners Austritt

Andreas Büttner verlässt die Partei, weil ein Landesverband den Zionismus ablehnt. Das sorgt innerhalb der Linken für Diskussionen

 17.03.2026

Kommentar

Jetzt offenbart die Linke ihr wahres Gesicht

Wer den Zionismus ablehnt, lehnt die Existenz eines jüdischen Staates ab - und damit genau jenen Schutzraum, der für Juden weltweit nach Jahrhunderten der Verfolgung existenziell geworden ist

von Daniel Neumann  17.03.2026

Krieg gegen Iran

Israel fliegt neue Angriffe in Teheran und Beirut

Die USA und Israel haben im Iran bereits Tausende Ziele aus der Luft angegriffen. Und der Krieg geht weiter – genauso wie Teherans Gegenangriffe. Israel verstärkt zudem seinen Einsatz im Libanon

 17.03.2026