Rechtsextrem

Braune Burschen

Burschenschaftler Kai Ming Au Foto: dpa

Am vergangenen Wochenende hat auf der Wartburg in Thüringen das Treffen der Deutschen Burschenschaft (DB) stattgefunden. Und das hatte es in sich. Denn im Vorfeld hatte Spiegel Online berichtet, dass die Bonner Studentenverbindung »Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks« den Ausschluss der »Hansea Mannheim« verlangt: Diese hätten ein Mitglied, das zwar Deutscher sei, aber asiatische Gesichtszüge aufweise.

Die Bonner forderten, dass nur Söhne deutschstämmiger Eltern aufgenommen werden dürften; es müssten »Rassevorschriften« eingeführt werden. »Nicht satzungsgemäß« seien die Anträge, lautet die Antwort des DB, sie seien daher »von der Tagesordnung gestrichen worden«, teilt Pressesprecher Michael Schmidt der Jüdischen Allgemeinen mit.

Tradition Unbekannt sind Nazi-Burschen freilich nicht, etliche werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Immer wieder treten Holocaustleugner wie der Engländer David Irving bei deutschen und österreichischen Verbindungen als Referenten auf. Offiziell will die über 10.000 Mitglieder zählende DB aber mit Antisemitismus nichts zu tun haben. Dabei hat gerade der Tradition.

»Die Burschenschaften waren in den 20er-Jahren die Ersten, welche an den Universitäten antisemitisch agiert haben«, sagt Alexandra Kurth. Diese unrühmliche Vergangenheit und die Schoa, betont die Gießener Politikwissenschaftlerin, seien aber generell ein Tabuthema unter den Burschen. Gerne erinnerten sie beispielsweise an jüdische Bundesbrüder, etwa an den Begründer des Zionismus, Theodor Herzl – freilich ohne zu erwähnen, dass der rausgeekelt wurde.

Vor allem stellten sich die Burschen gerne als Opfer dar, erklärt Kurth. Das äußere sich in einem Totenkult um die verstorbenen Bundesbrüder. Für diese veranstalteten sie etwa vergangenes Wochenende auf der Wartburg einen Fackelmarsch.
Ein Drittel der Burschenschaften vertritt rechtsextreme Positionen, heißt es beim Hamburger Verfassungsschutz.

Deshalb haben viele liberal-konservative Verbindungen den DB bereits verlassen. Alexandra Kurth ist sich sicher, dass es das verbleibende rechtsextreme Drittel ist, das sich in Zukunft durchsetzen wird.

Berlin

Mehrjährige Haftstrafen für Hamas-Mitglieder

Die vier Männer sollen für Waffendepots in Europa zuständig gewesen sein

 25.03.2026

Verteidigung

Volkswagen prüft Einstieg in Produktion für Iron Dome

VW will keine Waffen produzieren, erwägt aber die Fertigung von Teilen für das Raketenabwehrsystem in Osnabrück

 25.03.2026

Toronto

Toronto reagiert mit Demo-Beschränkungen auf Antisemitismus

Zur Begründung verweisen die kanadischen Behörden auf eine »veränderte Sicherheitslage« mit »zunehmender Angst in der Bevölkerung«

 25.03.2026

London

Antisemitische Angriffe in Europa - Spur zum Iran?

Angriffe auf Synagogen und jüdische Einrichtungen in europäischen Städten schüren Angst und Sorgen. Die Behörden prüfen Verbindungen zur iranischen Führung - doch Beweise zu finden, ist kompliziert

von Sara Lemel, Jan Mies, Annette Birschel  25.03.2026

Nahost

Galiläa: Frau bei Raketenangriff der Hisbollah getötet

Die Lage im Überblick

 25.03.2026

Nahost

Trump will Krieg beenden, legt Iran 15-Punkte-Plan vor

Im Forderungskatalog steht auch ein Ende der Unterstützung von Terrororganisation in der Region durch das Mullah-Regime

 25.03.2026

Berlin

Das Teheraner Regime und die AfD loben Steinmeiers Kritik am Krieg

Der Bundespräsident nennt den Iran-Krieg völkerrechtswidrig. Irans Regime findet das erwartungsgemäß gut. Doch in Deutschland stößt das Staatsoberhaupt auf Widerspruch

 25.03.2026

Berlin

Zentralratspräsident widerspricht Steinmeier zum Iran-Krieg

Der Bundespräsident hält den Iran-Krieg für völkerrechtswidrig. Dafür erntet das Staatsoberhaupt Widerspruch von Josef Schuster

 25.03.2026

Berlin

DIG wirft Steinmeier »grobe Verkennung der Bedrohung durch Iran« vor

Die Ausführungen des Bundespräsidenten zum Krieg gegen das Mullah-Regime bezeichnet DIG-Präsident Volker Beck als »ein Dokument deutscher, schlaumeierischer Besserwisserei«

 25.03.2026