Wien

Borrell: Iran-Verhandlungen pausieren

Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei Foto: imago images/ZUMA Wire

Wien

Borrell: Iran-Verhandlungen pausieren

Der Entwurf für ein neues Abkommen liegt bereits auf dem Tisch – jetzt werden die Gespräche aber ausgesetzt

 11.03.2022 14:32 Uhr

Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Josep Borrell, hat am Freitag angekündigt, dass die seit elf Monaten in Wien andauernden Verhandlungen zwischen den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat, Deutschlands und der EU mit dem Iran auf Eis gelegt würden.

Borrell schrieb auf Twitter, »externe Faktoren« seien für die Verzögerung verantwortlich. Welche er damit meinte, sagte er nicht.

JCPOA Ein im Wesentlichen ausgehandeltes Dokument liege unterschriftsreif auf dem Tisch, so der Spanier, mit dem die Rückkehr zum Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) von 2015 ermöglicht werden solle. Damals wurden dem Iran für den Verzicht auf die weitere Anreicherung von Uran Sanktionen erlassen.

2018 kündigte der damalige US-Präsident Donald Trump einseitig die Aufkündigung des Abkommens an und führte später drastische Sanktionen gegen den Iran ein, deren Aufhebung nun von seinem Nachfolger Joe Biden in Erwägung gezogen wird.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Seit mindestens zwei Jahren forciert der Iran die Uran-Anreicherung drastisch und hat damit das Abkommen gebrochen. Experten vermuten, dass Teheran schon in wenigen Monaten genug Material für den Bau einer Atombombe haben könnte.

SANKTIONEN »Eine Pause bei den #ViennaTalks ist aufgrund externer Faktoren notwendig. Ein endgültiger Text ist im Wesentlichen fertig und liegt auf dem Tisch. Als Koordinator werde ich mit meinem Team weiterhin mit allen #JCPOA-Teilnehmern und den USA in Kontakt bleiben, um die aktuelle Situation zu überwinden und das Abkommen abzuschließen«, twitterte Borrell am Freitag.

Vergangene Woche hatte Russland, das eine der Verhandlungsparteien ist, angekündigt, es wolle im Zuge eines neuen Abkommens zusätzliche Garantien erhalten, dass neue Sanktionen des Westens gegen Moskau nicht jene Bereiche betreffen, die von dem Wiener Abkommen geregelt werden. mth

Offener Brief

Schramm warnt vor Rechtsruck in Sachsen-Anhalt

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor wachsendem Nationalismus und einem möglichen Rechtsruck in Sachsen-Anhalt. Die AfD lehnt er klar ab und bezeichnet sie als »nicht wählbar«

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

New York

Wadephul auf Werbetour bei den Vereinten Nationen

Der deutsche Außenminister führt angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine Gespräche bei der UNO. Es geht aber auch um eine für Deutschland wichtige Wahl Anfang Juni

von Jörg Blank, Anne Pollmann  28.04.2026

Toronto

Angriff vor Synagoge, Judaica-Geschäft beschädigt

Ein Gemeindemitglied wird geschlagen, ein Judaica-Geschäft beschädigt

 28.04.2026

Hamburg

Ausstellung zeigt Arbeiten an Ruine des Israelitischen Tempels

Die Finanzbehörde der Hansestadt will das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft erhalten und öffentlich zugänglich machen

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Terror

Verfassungsschutz warnt vor Gefahr durch proiranische Extremisten in Europa

Politiker schlagen Alarm. Konstantin von Notz von den Grünen spricht von einer »neuen Dimension der Bedrohung«

 28.04.2026

Berlin

Gericht stoppt Extremismus-Einstufung von »Jüdischer Stimme«

Das Berliner Verwaltungsgericht stellt zwar fest, der Verein verneine das Existenzrecht Israels und zeige teilweise Verständnis für Gewalt gegen den jüdischen Staat, urteilt aber gegen seine Einstufung als extremistisch

 28.04.2026

Washington D.C.

Marco Rubio: In Teheran herrscht Dysfunktion

Der amerikanische Außenminister wirft der iranischen Regierung mangelnde Verlässlichkeit vor

 28.04.2026