Baden-Württemberg

Blume: Nicht nur zu denen gehen, die Judentum »super« finden

Der Religionswissenschaftler Michael Blume ist seit 2018 Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg. Foto: imago/Horst Galuschka

Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume hat den Dialog über Judenfeindschaft mit kritischen Gruppen und Organisationen verteidigt.

»Wenn ich nur noch zu denjenigen gehe, die von vorneherein sagen ‚Judentum ist super‘, dann brauche ich den Job nicht zu machen«, sagte Blume am Donnerstag im Deutschlandfunk. Dazu zählten etwa seine Gespräche mit der Organisation »JUMA – jung, muslimisch, aktiv«. Grenzen ziehe er allerdings bei Gruppen, die vom Verfassungsschutz beobachtet würden, um sie »nicht aufzuwerten«.

unterstützung Zugleich betonte Blume, dass er auch auf Unterstützung aus der Gesellschaft angewiesen sei. Einer alleine könne nicht gleichzeitig Schulen, Polizei, Stadtverwaltungen und andere relevante Stellen betreuen. »Es sind schon Verbündete da, aber es könnten noch mehr werden«, so Blume.

Ende vergangenen Jahres war Blume vom US-amerikanischen Simon-Wiesenthal-Zentrum auf dessen Rangliste der »einflussreichsten Antisemiten« aufgenommen worden. In dem Bericht heißt es, Blume habe »offenbar vergessen, dass es seine Aufgabe ist, Antisemitismus zu bekämpfen, nicht ihn zu ‚mögen‘ «. Das Zentrum wirft Blume vor, in Beiträgen in Netzwerken Zionisten mit Nazis verglichen und »antijüdische, israelfeindliche und verschwörerische Twitter-Accounts« mit Likes versehen zu haben.

Die Entscheidung des Zentrums sorgte für heftige Kritik, und Blume erhielt viel Solidarität. Er erklärte, er sei seit seinem Amtsantritt 2018 »rechtsextremem Trolling« ausgesetzt. Als Beispiel nannte er einen in Deutschland und Israel für die »Jerusalem Post« arbeitenden Journalisten. Der Religions- und Politikwissenschaftler Blume war 2018 auf Vorschlag der jüdischen Gemeinden durch den Ministerrat des Landes zum Antisemitismusbeauftragten berufen worden. kna

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026

Neuer Vorstand

Cerstin Richter-Kotowski übernimmt Vorsitz der DIG Berlin und Brandenburg

Die 64-jährige Juristin und Staatssekretärin löst Jochen Feilcke ab. Sie wurde mit großer Mehrheit in das Amt gewählt

 25.06.2026