Diplomatie

Blinken: Iran-Abkommen immer »unwahrscheinlicher«

Sind offenbar zunehmend skeptisch über die Erfolgsaussichten eines neuerlichen Abkommens mit dem Iran: US-Außenminister Antony Blinken (l.) und Präsident Joe Biden Foto: IMAGO/ZUMA Wire

US-Außenminister Antony Blinken hat sich am Montag skeptisch über die Chancen gezeigt, dass das 2015 geschlossene Übereinkommen mit dem Iran zu dessen Atomprogramm (JCPOA) wiederbelebt werden kann.

»Der Iran scheint entweder nicht willens oder nicht in der Lage zu sein, das Nötige zu tun, um eine Einigung zu erzielen, und er versucht weiterhin, fremde Themen in die Verhandlungen einzubringen«, sagte Blinken auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt. Das mache die Aussichten auf eine Einigung »unwahrscheinlich«, so der Chefdiplomat.

ANTWORT Blinken reagierte auf die jüngst eingegangene Antwort des Iran auf einen Vorschlag der Europäischen Union. Die sei »eindeutig ein Rückschritt« gewesen im Vergleich zu früheren Einlassungen Teherans. Bereits am Samstag hatte Blinken gewarnt, die USA seien »nicht bereit, einem Abkommen zuzustimmen, das nicht unseren grundlegenden Anforderungen entspreche«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Unter Präsident Donald Trump hatten die USA sich im Mai 2018 aus dem JCPOA zurückgezogen und erneut scharfe Sanktionen gegen den Iran verhängt. Teheran forcierte daraufhin die Urananreicherung weit über das im JCPOA erlaubte Maß hinaus. Einschätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien zufolge hat das Regime demnächst genügend angereichertes Material für den Bau einer Atombombe.

Bereits am Sonntag hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien in einer gemeinsamen Erklärung verlautbart, es bestünden «ernsthafte Zweifel» an der Aufrichtigkeit des Iran bei der Suche nach einem Abkommen. Dennoch, so das Statement, wolle man die unter Vermittlung der Europäischen Union stattfindenden 5+1-Gespräche, bei denen auch Russland und China beteiligt sind, fortsetzen.

GRENZEN Der jetzt auf dem Tisch liegende, letzte Vorschlag der EU habe die drei Regierungen «an die Grenzen unserer Flexibilität» gebracht. «Leider hat der Iran beschlossen, diese entscheidende diplomatische Chance nicht zu nutzen. Stattdessen treibt der Iran sein Atomprogramm weiter voran, weit über jede plausible zivile Rechtfertigung hinaus.»

Die jüngsten Forderungen aus Teheran stünden «im Widerspruch zu dessen rechtsverbindlichen Verpflichtungen» und gefährdeten die Aussichten auf eine Wiederherstellung des JCPOA, so die Sprecher der Außenministerien Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.

«Unsere Position bleibt klar und unerschütterlich. Iran muss uneingeschränkt und unverzüglich in gutem Glauben mit der IAEA zusammenarbeiten. Es liegt am Iran, technisch glaubwürdige Antworten auf die Fragen der IAEA über den Verbleib des gesamten Nuklearmaterials in seinem Hoheitsgebiet zu geben. Das JCPOA kann in keiner Weise dazu verwendet werden, Iran von rechtsverbindlichen Verpflichtungen zu entbinden, die für das globale Nichtverbreitungsregime von wesentlicher Bedeutung sind», so das Statement weiter. Zuvor hatte es Forderungen seitens des Iran gegeben, eine seit Jahren andauernde Untersuchung der Atomenergiebehörde zu beenden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israel forderte am Montag die USA und die Europäer auf, die «gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran» nicht weiter zu verfolgen. Man habe Beweise, so ein hochrangiger Offizieller, dass die Iraner in den Verhandlungen Lügen verbreiteten.

Auch in Washington ist kurz vor den Kongresswahlen im November ein möglicher Deal mit dem Iran äußerst umstritten. Dort wird unter anderem kritisiert, dass sich die Verhandlungen ausschließlich auf das iranische Atomprogramm fokussieren und nicht andere Aspekte mit einbezogen werden. mth

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026

Stuttgart

Merz schließt AfD als Option kategorisch aus

In Teilen der CDU liebäugeln manche damit, ob nicht doch auch die AfD ein Partner werden könnte. Der Parteichef zieht eine deutliche rote Linie

 20.02.2026

Berlin

Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Iran verlassen

Die Bundesregierung warnt Deutsche im Iran erneut vor einer möglichen Eskalation. Noch gebe es Ausreisemöglichkeiten zu Lande und mit Flugzeugen

 20.02.2026

Düsseldorf

Jetzt auch Wirbel um Jobs bei AfD-Abgeordneten in NRW

Minijobs für eine 85-Jährige und die Frau eines Lokalpolitikers: Jetzt geraten auch AfD-Abgeordnete in NRW in die Vetternwirtschafts-Debatte

 20.02.2026

»Mit eigener Stimme«

Braunschweig zeigt Ausstellung zum 75. Jubiläum des Zentralrates der Juden

1950 in Frankfurt gegründet, steht die jüdische Dachorganisation seit mehr als 75 Jahren für jüdisches Leben in Deutschland. Das Städtische Museum widmet ihm nun eine bundesweit einzigartige Schau

 20.02.2026

London

Starmer verweigert US-Zugriff auf britische Stützpunkte für möglichen Iran-Angriff

Die Nutzung des strategisch wichtigen Stützpunkts Diego Garcia ist Teil der US-Pläne für einen möglichen Angriff. Dieser darf jedoch nur mit Zustimmung der britischen Regierung genutzt werden

 20.02.2026

Kampala

50 Jahre nach Operation in Entebbe: Uganda baut Statue für Joni Netanjahu

Der ungandische Verteidungsminister Muhoozi Kainerugaba kündigt das Vorhaben an. Der Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Netanjahu fiel bei der »Operation Thunderbolt« 1976 in Entebbe

von Imanuel Marcus  20.02.2026

Andrews-Luftwaffenbasis

Zehn Tage bis zwei Wochen: Trump setzt Iran Frist

»Sie müssen ein Abkommen schließen. Wenn das nicht passiert, werden schlimme Dinge geschehen«, sagt der amerikanische Präsident

 20.02.2026

Washington D.C./Gaza

Trotz Milliardenzusage: Zweifel an Trumps Gaza-Friedensplan

Der US-Präsident hat Milliardenhilfen seines umstrittenen Friedensrats für Gaza angekündigt. Doch die Frage der Entwaffnung der Hamas bleibt ungelöst. Und die Terroristen haben eigene Forderungen

 20.02.2026