EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Militär

Beruf statt Einberufung

Juden in Deutschland haben eine besondere Beziehung zur Wehrpflicht. Erst wollten sie zur Fahne, durften aber nicht. Dann durften sie, galten jedoch als ungleichwertig. Ja, man würdigte nicht einmal, dass ihr Blutzoll während des Ersten Weltkriegs überproportional groß war. Selbst das Eiserne Kreuz schützte sie während der Schoa nicht vor der Verfolgung durch Männer in deutschen Uniformen. Nach Holocaust und Krieg schließlich wollte kein Jude mehr in die Armee. Und musste es auch nicht. Kein Wunder, dass bis heute nur wenige in der Bundeswehr sind und das Thema Wehrpflicht die jüdische Gemeinschaft zumeist eher kalt lässt.

Elitetruppe Das ist angemessen, weil die gegenwärtige Diskussion um die Wehrpflicht ganz offensichtlich schon das Ende des Bürgers in Uniform einläutet. Denn, überspitzt formuliert: Gäbe es nicht ein paar Kreisstädte in der Provinz, die von ihren Bundeswehr-Kasernen leben, und den Zivildienst, der unser Gesundheitssystem entlastet und aufrechterhält – die Wehrpflicht wäre schon lange Vergangenheit. Spätestens seit Beginn des Afghanistankriegs ist zudem überdeutlich, dass die Bundesrepublik eher eine hoch professionelle und international rasch einsatzbereite Elitetruppe braucht als eine schwerfällige Volksarmee.

Keine Frage, die Wehrpflicht hat sich lange Zeit bewährt. Sie trug dazu bei, dass man dem Leitbild eines Bürgers in Uniform zumindest manchmal nahekam, dass die Armee anders als früher kein Staat im Staate werden konnte und dass sogar Juden wieder freiwillig einen deutschen Waffenrock anzogen. Auch der Bruch mit der Tradition der unseligen Wehrmacht ist der Bundeswehr nach einigem Mühen alles in allem gelungen – weil sie, wie die Gesellschaft, offener und zukunftsorientierter wurde. Diese Themen aber gehören der Vergangenheit an. Von einer Berufsarmee geht heute keine Gefahr mehr für die deutsche Demokratie aus. Die Wehrpflicht verdient ihren Zapfenstreich.

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026