Berlin

Berliner Uni-Präsidentin: »Räumung war der einzig richtige Weg«

60 Aktivisten hatten einen Hörsaal in einem Gebäude am Campus Nord der Humboldt-Universität (HU) besetzt. Foto: picture alliance/dpa

Universitätspräsidentin Julia von Blumenthal hat die schnelle Räumung eines von »propalästinensischen« Aktivisten besetzten Hörsaals an der Berliner Humboldt-Universität verteidigt. Blumenthal sagte am Donnerstag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), das Präsidium der Universität habe am Vortag kurz nach 14 Uhr von der Besetzung erfahren. Man habe sich dann schnell ein Bild verschafft, das eindeutig gewesen sei.

So seien Sachbeschädigungen offenkundig gewesen. Zudem seien von den Besetzerinnen und Besetzern das Existenzrecht Israels infrage gestellt und Gewalt verherrlicht worden. Auch Symbole der Terrororganisation Hamas seien erkennbar gewesen. Für das Präsidium der Universität seien damit »rote Linien überschritten« gewesen. Die Räumung sei »der einzig richtige Weg« gewesen.

Widerstand gegen die Polizei

Die schnelle Räumung des Hörsaals durch die Polizei lobte die Uni-Präsidentin als professionell und friedlich. Insgesamt hatten laut Berliner Polizei etwa 60 Menschen den Hörsaal auf dem Campus Nord besetzt.

Lesen Sie auch

Die Personen seien aus dem Gebäude geführt und ihre Personalien festgestellt worden. Zudem seien Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei im Netzwerk X mit. Während des Einsatzes sei es in mindestens einem Fall zu Widerstand gegen die Polizei gekommen. epd/ja

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Für den frischgebackenen Leiter des ARD-Studios Nairobi ist die »Jüdische Allgemeine« ein Propaganda-Sprachrohr der israelischen Regierung. Eine Entgegnung

von Michael Thaidigsmann  29.06.2026

Streit

Verhandeln die USA und Iran am Dienstag?

US-Präsident Donald Trump behauptet, dass ein Treffen in Doha geplant sei. Doch die iranische Regierung äußert sich nur vage

 29.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 29.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Nahost

So versuchen die USA und Iran vor dem Deal, Fakten zu schaffen

Am Dienstag sollen sich Vertreter beider Länder zu Verhandlungen treffen. Bis dahin versuchen beide Seiten, ihre Position zu stärken

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026