Berlin

Berliner Kultursenator: Jurys nicht mehr einseitig besetzen

Joe Chialo (CDU), Berlins Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, bei der Berlinale-Gala am Samstag Foto: picture alliance/dpa

Der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) fordert mehr Vielfalt bei der Besetzung von Jurys im Kulturbereich. »Jurys dürfen nicht einseitig besetzt sein«, sagte der 53-Jährige am Montag bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin. Eine solche Vielfalt tue zwar weh, sei aber notwendig, um die aktuellen gesellschaftlichen Reibereien widerzuspiegeln.

Chialo reagierte damit auf umstrittene Äußerungen von Künstlern zum Krieg in Nahost bei der diesjährigen Berlinale-Preisverleihung. Bei Preisverleihungen, so Chialo, sagten Künstler immer das, was sie sagen wollten. Die Besetzung der Jurys sei am wichtigsten.

Der Kultursenator ging auch auf antisemitische Vorfälle in der jüngsten Zeit in der Hauptstadt ein, so etwa am »Hamburger Bahnhof - Nationalgalerie der Gegenwart«, wo die Lesung eines Werkes von Hannah Arendt unterbrochen worden war.

Komplexer und schneller

Solche Vorfälle seien kein Beispiel von »Diskursen in Kulturräumen«, sondern »Störaktionen«, die der »Durchsetzung der eigenen Ideologie« dienen sollten. Durch die neuen Medien sei vieles komplexer und schneller geworden, betonte der Kultursenator, die Räume aber nicht weiter.

Chialo hatte im Januar für Kontroversen gesorgt, weil er die Kulturförderung des Berliner Senats unter anderem von einem Bekenntnis gegen Antisemitismus abhängig machen wollte. Aus Teilen der Politik und der Kulturszene wurde ihm daraufhin ein Angriff auf die Kunst- und Meinungsfreiheit vorgeworfen. Chialo musste die sogenannte Antidiskriminierungsklausel dann aufgrund rechtlicher Bedenken wieder zurückziehen.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) in Berlin setzt sich seit ihrer Gründung 1949 für die Förderung des Verständnisses, der Zusammenarbeit und des religiösen Dialogs zwischen Christen und Juden ein. Neben religiösen Themen beschäftigt sich die GCJZ aber auch mit aktuellen gesellschaftliche Problemen wie Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Alljährlich richtet sie im März die »Woche der Brüderlichkeit« aus. kna

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026