US-Medienberichte legen nahe, dass Präsident Donald Trump vor dem israelischen Angriff auf das bedeutende Gasfeld »South Pars« informiert war. Damit widersprechen sie Trumps Darstellung, die USA hätten von dem Schlag nichts gewusst.
Das »Wall Street Journal« berichtet, die USA seien im Bilde gewesen und hätten keine Einwände gehabt. Trump habe den Angriff gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen, die Straße von Hormus freizugeben. Der Iran blockiert derzeit die für den globalen Ölexport wichtige Meeresenge. Das Gasfeld »South Pars« ist die weltweit größte bekannte Gasreserve - und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung.
Das US-Nachrichtenportal »Axios« schreibt, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Trump hätten sich über das Vorgehen abgestimmt. Sowohl »Axios« als auch »Wall Street Journal« berufen sich auf US- und israelische Beamte.
Am Mittwoch hatte Israel »South Pars« angegriffen. Trump schrieb daraufhin auf der Plattform Truth Social, Israel habe das Gasfeld »aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten« angegriffen. Die Vereinigten Staaten hätten nichts davon gewusst, betonte er.
»Trumps Äußerungen waren nicht zutreffend«, schreibt »Axios«. Diese Einschätzung teilt Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel. Auf X schrieb er, es sei keinesfalls denkbar, dass die israelischen Streitkräfte einen Angriff an diesem Ort durchführten, ohne das US-Militär zu informieren.
»South Pars« befindet sich im Persischen Golf und wird vom Iran und Katar ausgebeutet. Katar sei vorab nicht über Israels Angriff informiert worden, hatte Trump in seinem Post auf Truth Social geschrieben. Auch »Axios« berichtete dies. dpa