Im Hintergrund des anhaltenden Krieges zwischen den USA und dem Iran haben beide Seiten offenbar indirekte Kontakte aufgenommen. Nach Angaben eines hochrangigen Vertreters des iranischen Außenministeriums wurde Teheran über Vermittler eine Botschaft aus Washington übermittelt. CBS berichtete.
»Wir haben Punkte von den USA über Vermittler erhalten, und sie werden derzeit geprüft«, sagte der Beamte. Die Mitteilung gilt demnach als möglicher Auftakt für weitergehende Gespräche zwischen den beiden Staaten, die keine direkten diplomatischen Beziehungen unterhalten.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, es habe in den vergangenen Tagen »sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und umfassende Lösung unserer Feindseligkeiten« gegeben. Gegenüber Reportern zeigte er sich zuversichtlich und verwies auf eine Reihe von Annäherungen: Es gebe etwa 15 Punkte, in denen Übereinstimmung bestehe, zudem hätten iranische Vertreter signalisiert, »dass sie Frieden wollen«. Seine Einschätzung: »Ich denke, es gibt eine sehr gute Chance, dass wir am Ende eine Einigung erzielen.«
Vermittler spielen Schlüsselrolle
Zugleich ruderte Trump bei militärischen Drohungen etwas zurück. Ein Ultimatum, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder freizugeben, wurde faktisch ausgesetzt. Stattdessen stellte der Präsident in Aussicht, mögliche Angriffe auf iranische Energieanlagen zunächst für fünf Tage zu verschieben – abhängig vom Fortgang der Gespräche.
Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung zeigte unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Der Ölpreis der Sorte Brent gab deutlich nach, während wichtige Aktienindizes in den USA zulegten. Beobachter werteten dies laut CBS als Zeichen wachsender Erwartungen an eine Entspannung der Lage nach mehr als drei Wochen Krieg.
Da Washington und Teheran offiziell keine Beziehungen unterhalten, laufen Kontakte traditionell über Drittstaaten. Als mögliche Vermittler gelten unter anderem Oman und Pakistan, die bereits in der Vergangenheit eine Rolle bei indirekten Gesprächen gespielt haben.
Offene Fragen bei möglichem Abkommen
Trump bestätigte, dass es derzeit Kommunikationskanäle zu einer hochrangigen Person im Iran gebe. Um wen es sich handelt, ließ er offen: »Ich will nicht, dass er getötet wird«, erklärte der Präsident.
Wie eine Vereinbarung konkret aussehen könnte, bleibt unklar. Trump betonte jedoch, der Iran habe zugesichert, keine Atomwaffen anzustreben. Dies zählt zu den zentralen Kriegszielen der USA. Teheran weist seit Jahren zurück, ein entsprechendes Programm zu verfolgen.
Strittig bleibt insbesondere die Frage der Urananreicherung. Während Washington auf einen vollständigen Verzicht drängt, lehnt der Iran dies bislang kategorisch ab. Frühere Verhandlungen über das Atomprogramm waren daran gescheitert. im