Washington

Bericht: USA halten Waffen für Israel wegen radikaler Siedler zurück

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die USA zögern einem Zeitungsbericht zufolge mit einer Lieferung von mehr als 27.000 Gewehren, die für Israels Polizei bestimmt sind. Die Regierung von Präsident Joe Biden habe Bedenken, dass die Waffen auch in die Hände radikaler Siedler im Westjordanland gelangen könnten, schrieb das »Wall Street Journal« am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsbeamte. Die bisherigen Zusicherungen Israels, dass die Gewehre - darunter die Modelle M4 und M16 - nur bei der Polizei verblieben, reichen aus Sicht Washingtons demnach nicht aus.

Das US-Außenministerium habe deshalb konkrete Schritte gefordert, mit denen die von Siedlern im Westjordanland ausgehende Gewalt gegen Palästinenser eingedämmt werde, schrieb die Zeitung weiter. Die USA befürchten, dass die Gewalt im Westjordanland zu einem regionalen Konflikt führen könnte.

Seit Terroristen der Hamas und anderer Terrorgruppen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober in Israels Grenzgebiet bei Angriffen rund 1200 Menschen ermordeten, kommt es im Westjordanland vermehrt zu Übergriffen. Die Gewalt gegen Palästinenser habe dort ein »beispielloses Niveau« erreicht, sagte kürzlich die Vertreterin des UN-Nothilfebüros OCHA für die Palästinensergebiete, Lynn Hastings.

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben Gvir hatte bereits kurz nach dem großangelegten Angriff der Hamas erklärt, er wolle Tausende Freiwillige auch im Grenzgebiet zum Gazastreifen und im Westjordanland mit Sturmgewehren ausstatten. Bei einer Benefizveranstaltung in dieser Woche nannte Biden laut »Wall Street Journal« den Minister in einer Rede beim Namen und sagte, dieser und »die neuen Leute (…) wollen nichts, was im Entferntesten an eine Zweistaatenlösung herankommt«. dpa

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026

Sachsen-Anhalt

Schoa-Relativierung als Programm

Im Falle eines Sieges der AfD bei der Landtagswahl droht in dem Bundesland eine geschichtspolitische Wende

von Stefan Laurin  06.08.2026

Vorurteile

Können wir mal reden?

Warum persönliche Begegnungen und Gespräche heute wichtiger sind denn je – insbesondere beim Thema Israel

von Sabine Brandes  06.08.2026

Washington D.C.

Vance widerspricht Bericht über Streit mit Netanjahu: »Angenehmes, aber direktes Gespräch«

Der US-Vizepräsident sagt, er betrachte Israel weiterhin als wichtigen Verbündeten der Vereinigten Staaten. Unterschiedliche Positionen gegenüber der israelischen Regierung seien kein außergewöhnlicher Vorgang

 06.08.2026

»Letzte Verteidigungswelle«

Haftstrafen gegen junge Neonazis

Seit März standen in Hamburg mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe »Letzte Verteidigungswelle« vor Gericht. Weil sie so jung sind, ohne Öffentlichkeit. Nun sind die Urteile gefallen.

 05.08.2026

Jackson Irvine beim WM-Spiel Australien gegen Ägypten, 3. Juli 2026

Nach Antisemitismus-Vorwürfen

Umstrittener FC St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine wechselt nach Japan

Der Australier war wegen anti-israelischer Gesten heftig kritisiert worden und hatte vergangene Saison bei dem Bundesligaabsteiger für eine Krise unter Führung und Fans gesorgt

 05.08.2026

Meinung

Danke, Boy George!

Wie die 80er-Jahre-Ikone gegen alle Widerstände für Israel eintritt, verdient unseren Dank

von Sophie Albers Ben Chamo  05.08.2026