Frankfurt am Main

Becker fordert Verbot von Pro-Terror-Kundgebung, DIG initiiert Gegendemo

Uwe Becker (CDU) Foto: picture alliance/dpa

Auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main ist am 18. Juli eine israelfeindliche Demonstration vorgesehen. Organisiert wird sie von »freepalestine_ffm« und weiteren Gruppen. Das Motto der Kundgebung: »Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und Gewehren – Widerstand ist Völkerrecht«.

Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker fordert ein Verbot des Aufmarsches. Ihm zufolge handelt es sich schon bei dem Aufruf um eine Verherrlichung der Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, bei denen 1200 Menschen ermordet, 251 verschleppt und viele vergewaltigt wurden.

Auch für die Frankfurter Grünen überschreiten die Organisatoren der Demonstration eine rote Linie: Der Aufruf-Slogan sei kein Ausdruck legitimer Kritik an der Politik der israelischen Regierung. »Er wirbt für bewaffnete Gewalt und legitimiert den Einsatz von Waffen als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Wer in Deutschland zu ›Gewehren‹ aufruft, verherrlicht Gewalt und trägt zur weiteren Eskalation des Nahostkonflikts bei«, erklären Katharina Knacker und Dimitrios Bakakis, die beiden Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Stadtparlament. Auch sie fordern ein Verbot.

Gewehre und Völkerrecht

Die Initiatoren, die zur Verwendung von Gewehren gegen Israel aufrufen, fordern zugleich ein Einstehen »für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Einhaltung des Völkerrechts«. In der Ankündigung der Demonstration heißt es: »Kommt zahlreich – egal ob aus Berlin, Hamburg, München, Köln, Stuttgart oder jeder anderen Stadt.«

Lesen Sie auch

Becker erklärte derweil: »Wer die Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 als gelungene Widerstandsaktion verherrlicht und jetzt in Frankfurt zu einer Demonstration für Widerstand mit Steinen und Gewehren aufruft, unterstützt den Judenmord und den Terror der Hamas.« Frankfurt müsse alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die angekündigte Gewaltdemonstration zu verhindern.

Staatsschutz und Landespolizei

Laut »Frankfurter Rundschau« finden derzeit zwischen den städtischen Behörden, dem Staatsschutz, der Staatsanwaltschaft und der Landespolizei Gespräche darüber statt, wie vorgegangen werden sollte.

Eine Gegendemonstration hat das Junge Forum Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Frankfurt in Zusammenarbeit mit Our Fight Frankfurt und Iron Dome Frankfurt initiiert. Auf der DIG-Webseite heißt es, ausgerechnet den Tag des Christopher Street Day, an dem Frankfurt für Freiheit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und den Schutz von Minderheiten einstehe, wollten antiisraelische Gruppen mit ihrer Demo für sich vereinnahmen.

»Wer mit Parolen für ›Steine und Gewehre‹ wirbt, feiert keinen Frieden – nirgendwo. Wer Israels Souveränität angreift, stellt sich nicht auf die Seite der Befreiung, sondern auf die Seite von Antisemitismus und politischer Gewalt«, erklärt das Junge Forum der DIG. Dem werde man sich entgegenstellen: »Gegen jeden Antisemitismus. Gegen Israelhass. Gegen die Verherrlichung von Gewalt. Israels Souveränität bleibt unverhandelbar.«

Eine Kundgebung für Demokratie und gegen Judenhass finde am 18. Juli um 14:45 Uhr auf dem Frankfurter Opernplatz statt, erklärte die DIG. Danach komme es zum Aufzug »in Hör- und Sichtweite« des israelfeindlichen Aufmarsches.


Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Hintergrund

Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte

Die EU-Antisemitismusbeauftragte wechselt von Brüssel nach Berlin und folgt auf Felix Klein. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026