Nachrichten

Stolpersteine, Beauftragte, Plakate,

Foto: Gregor Zielke

Nachrichten

Stolpersteine, Beauftragte, Plakate,

Meldungen aus Politik

 28.01.2021 12:53 Uhr

Neue Antisemitismusbeauftragte
Die Berliner Landeskirche wird künftig eine Antisemitismusbeauftragte haben. In das Amt sollte am Mittwoch die landeskirchliche Beauftragte für Erinnerungskultur, Pfarrerin Marion Gardei, berufen werden, erklärte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Dienstag in Berlin. Das neu geschaffene Amt einer Beauftragten für jüdisches Leben und für den Kampf gegen Antisemitismus sei ein Beitrag dazu, theologischen und politischen Antisemitismus in der eigenen Tradition und im gegenwärtigen kirchlichen Leben zu bekämpfen, sagte Bischof Christian Stäblein. Das sei »heute nötiger denn je«. »Schlimm, dass es so ist, aber wir stellen uns als Kirche dieser Herausforderung. Antisemitismus ist Gotteslästerung, dagegen anzugehen unsere erste Aufgabe«, betonte der Bischof. Zu den Aufgaben der Antisemitismusbeauftragten gehört demnach die Sensibilisierung kirchlicher Mitarbeiter gegen antijüdische Vorurteile, auch im Hinblick auf die Inhalte theologischer Ausbildungen. Außerdem werde sich die Beauftragte im Sinne einer Aufarbeitung mit antijüdischen Traditionen im Bereich der Landeskirche beschäftigen und Kontakte mit Institutionen jüdischen Lebens auf- und ausbauen. Als Beauftragte für Erinnerungskultur engagiert sich Pfarrerin Gardei den Angaben zufolge seit 2015 auch im christlich-jüdischen Dialog und organisiert interreligiöse Gedenkgottesdienste. Antisemitische Grundeinstellungen seien auch in den Kirchen zu finden, sagte Gardei. »Wir müssen uns von antijüdischen Inhalten klar abgrenzen.« epd

Urteil zu Plakaten
Im Fall der antisemitischen Wahlplakate der Partei »Die Rechte« wird die Generalstaatsanwaltschaft in Celle keine weiteren Ermittlungen anordnen. Zwar stehe weiterhin außer Frage, »dass die plakatierten Äußerungen sich unter dem dünnen Schleier vermeintlicher Kritik an dem Staat Israel als antisemitische Hetze darstellen«, heißt es in einem Schreiben der Generalstaatsanwaltschaft an die Beschwerdeführer aus Laatzen bei Hannover. Doch leider hätten das Amtsgericht und das Landgericht in Hannover die von der Staatsanwaltschaft beantragten Durchsuchungsbeschlüsse abgelehnt. Die rechtsextreme Partei hatte im Europawahlkampf 2019 den Slogan »Zionismus stoppen: Israel ist unser Unglück! Schluss damit!« plakatiert. Die Generalstaatsanwaltschaft halte die Entscheidungen der Gerichte für »rechtsirrig«, heißt es in dem Schreiben weiter. Dennoch seien sie unanfechtbar und zu respektieren. Ohne Durchsuchungen könnten nicht die notwendigen Beweismittel gewonnen werden. Die Beschwerde werde daher zurückgewiesen. Die Generalstaatsanwaltschaft legt dar, dass sich die antisemitische Hetze auf den Plakaten »dem verständigen Durchschnittsbetrachter geradezu aufdrängt«. Sie betont: »Solche verächtlichen und abstoßenden Auswüchse schlagen die Brücke zur NS-Propaganda.« Sie seien nicht mehr von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt. Ohne ausreichende Beweismittel könne aber keine Anklage erhoben werden. Gegen die Plakate hatten Verbände, Privatleute und jüdische Gemeinden Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet. epd/ja

Stolpersteine geschändet
In der brandenburgischen Stadt Rheinsberg ist ein Stolperstein mit einem blauen Hakenkreuz besprüht worden. Wie die »Märkische Allgemeine« berichtete, sind bislang genauere Angaben, wie es zu dem Vorfall kam, nicht bekannt. Für gewöhnlich rufen die Macher des Projekts Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im Januar zu einer großen Putzaktion der Stolpersteine anlässlich des Schoa-Gedenktags am 27. Januar auf. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Aktion in diesem Jahr abgesagt. Am vergangenen Dienstagabend veröffentlichten die Projektmacher auf ihrem Twitter-Account ein Foto von einem geschändeten Stolperstein in Rheinsberg, der mit einem blauen Hakenkreuz übersprüht wurde. »Gewöhnlich halten wir uns mit Verweis auf die polizeilichen Ermittlungen und die große gesellschaftliche #Solidarität zurück, wenn Menschen Stolpersteine schänden. Auch um Tätern keine Plattform zu bieten. Dieses Bild aus #Rheinsberg aber macht fassungslos und erfordert Handeln«, heißt es in einem Tweet des Projekts. ja

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026