Berlin

»Vertreibung und Vernichtung von Ungeimpften?«

Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin Foto: Gregor Zielke

»Will dieses Volk (das Deutsche), jetzt etwa auch die ‚Ungeimpften‘ aussondern, vertreiben und vernichten?«: Diese Zeilen fanden sich am Wochenende im Gästebuch der Berliner Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Autor des Gästebucheintrags spielt offen auf die Schoa an. »Wenn ja: Dann habt Ihr alle nichts begriffen«, schreibt er weiter. Die letzte Zeile des Eintrags lautet: »Gott rette Deutschland! AMEN!«.

IGNORANZ Die Gedenk- und Bildungsstätte reagiert empört: »Solche Bagatellisierung, Relativierung und Verharmlosung verdeutlichen historische Ignoranz und Empathielosigkeit gegenüber den Verfolgten, Ermordeten und Überlebenden.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Das Haus der Wannsee-Konferenz eignet sich nicht als Ort deutscher Opfererzählungen«, betont die Gedenk- und Bildungsstätte. Sie lasse sich nicht für Verschwörungserzählungen von Impfgegnern und Querdenkern instrumentalisieren.» Teil von Verschwörungserzählungen seien immer auch antisemitische Projektionen und die Relativierung der Schoa.

Im Haus der Wannsee-Konferenz wurde zudem ein Sticker für die untersagte «Querdenken»-Demonstration in Berlin verteilt, die als «Großdemo für Frieden und Freiheit» angekündigt wurde. Auch im Gästebucheintrag vom Wochenende ist die Parole «Friede! Freiheit! Demokratie» zu lesen.

Am Wochenende hatten sich mehrere tausend Menschen über die Verbote von «Querdenken»-Demonstrationen hinweggesetzt.

Der Hintergrund: Am vergangenen Wochenende hatten sich mehrere tausend Menschen über die Verbote von Demonstrationen der «Querdenken»-Szene gegen die Corona-Schutzmaßnahmen hinweggesetzt. Die Polizei sprach von rund 5000 Beteiligten in verschiedenen Teilen der Stadt.

Es sei über den Tag hinweg gelungen, größere Menschenansammlungen immer wieder zu zerstreuen, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Sonntag in der RBB-«Abendschau». Bis zum Abend habe es fast 600 Festnahmen gegeben.

VERFOLGUNG Im Haus der Wannsee-Konferenz besprachen am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und mehrerer Reichsministerien die Kooperation bei der geplanten Deportation und Ermordung der europäischen Juden.

Die Gedenk- und Bildungsstätte bietet nach eigenen Angaben neben ihren Ausstellungen vielfältige pädagogische Möglichkeiten, sich mit der Geschichte der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Vorgeschichte oder den Nachwirkungen auseinanderzusetzen. ja/epd

Kommentar

Nimm die Wahrheit an, von wem auch immer sie gesagt wurde

Bisweilen wirkt die Debatte um KI-generierte Texte absurd. Denn die Qualität eines Arguments sollte entscheidender sein als sein Urheber

von Leeor Engländer  18.06.2026

Meinung

Wie Höcke die AfD zur Abrissbirne der Demokratie machen will

Die jüngsten Aussagen des Thüringer AfD-Chefs zeigen einmal mehr, wes Geistes Kind Björn Höcke ist und was er mit Deutschland vorhat: nichts Gutes

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Wirtschaft

Weiter wenig Schiffsverkehr durch Straße von Hormus

Vor dem Krieg passierten täglich Hunderte Schiffe die Meerenge. Dann kam der Verkehr weitgehend zum Erliegen, weil der Iran Reedern drohte. Kommt nach der Einigung mit den USA ein Aufschwung?

 18.06.2026

Interview

»Die Anständigen sind zu leise«

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) über Antisemitismus, wachsende Zustimmung zur AfD und die Rolle sozialer Medien

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren angeblichen Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Bremen

Acht Meter breite Parolen an Schulen gesprüht

Unbekannte haben zwei Schulzentren im Bremer Stadtteil Walle mit großflächigen Farbschmierereien beschädigt. Sie schrieben unter anderem »FCK ISRAEL« und »Free Palestine«

 18.06.2026

Rias-Antisemitismusbericht

Bitterer Alltag

Manchmal sind es Gesten, manchmal Pöbeleien, manchmal übelste Drohungen und Gewalt: Jüdinnen und Juden erleben in Deutschland täglich Feindseligkeit. Was tut die Gesellschaft?

von Verena Schmitt-Roschmann  18.06.2026

G7-Gipfel

Trump unterzeichnet Rahmenabkommen zwischen USA und Iran in Versailles

Überraschend unterschrieb der US-Präsident Donald Trump das Abkommen mit dem Iran bereits am Mittwoch an dem historischen Ort

 18.06.2026 Aktualisiert

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026