Berlin

Auschwitz-Komitee ehrt Bundespräsidenten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.), der Holocaust-Überlebende Leon Schwarzbaum und die Künstlerin Michele Deodat (v.l.) Foto: imago/Metodi Popow

Das Internationale Auschwitz Komitee hat am Donnerstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus mit der »Gabe der Erinnerung« geehrt. Der Berliner jüdische Auschwitz-Überlebende Leon Schwarzbaum würdigte den Bundespräsidenten in seiner Laudatio als einen jahrzehntelangen Streiter gegen den Antisemitismus und für die Menschenwürde.

»Ich bin sehr dankbar, dass Sie in diesen Tagen unser Bundespräsident sind. Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Erinnerung – das sind die Tugenden einer Republik, in der ich mich zu Hause fühlen möchte«, sagte Schwarzbaum in der Feierstunde im Amtssitz des Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue.

»Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Erinnerung – das sind die Tugenden einer Republik, in der ich mich zu Hause fühlen möchte.«Leon Schwarzbaum

»gabe der erinnerung« Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz ehren mit der »Gabe der Erinnerung« Persönlichkeiten, die in besonderem Maße für ein friedliches, demokratisches und respektvolles Miteinander eintreten.

Die Auszeichnung besteht aus einer kleinen Statue, die dem Buchstaben »B« in der Aufschrift des Konzentrationslagers Auschwitz »ARBEIT MACHT FREI« nachempfunden ist. Die Häftlinge hatten den Angaben zufolge damals bei der Anfertigung des Schildes den Großbuchstaben »B« heimlich auf den Kopf gestellt, um ihren Widerstand und ihre menschliche Würde zu dokumentieren.

grussbotschaft In einer verlesenen Grußbotschaft betonte die polnische Auschwitz-Überlebende und Schriftstellerin Zofia Posmysz, Steinmeiers tiefes persönliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Menschenrechte trage sich durch sein ganzes Leben ebenso wie sein sehr persönliches Interesse an einem guten und freundlichen Zusammenleben zwischen Deutschen und Polen. Vieles in dieser Welt sei wieder schwieriger geworden, altbekannte und giftige Töne erklängen in vielen Sprachen. »Aber wir geben mit ihnen gemeinsam die Hoffnung nicht auf«, so die Auschwitz-Überlebende.

Die Statue wird seit 2010 verliehen. Mit der Auszeichnung wurden unter anderem Papst Franziskus, der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geehrt. Preisträger 2018 war der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen.  epd

 

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026

Ralf Fischer

Kollegah: Judenhass in Reimform

Warum schweigen alle zu dem offenen Antisemitismus von Felix Blume aka Kollegah?

 30.04.2026

Einspruch

Im Dschungel gestolpert?

Maria Ossowski bedauert den Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson

von Maria Ossowski  30.04.2026

Dominik Krause

Grün und pro Israel

Am 1. Mai tritt der 35-Jährige ein Amt als Oberbürgermeister Münchens an. Wofür steht er? Ein Porträt

von Chris Schinke  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Terror

Gruppierung Ashab al-Jamin bekennt sich zu Angriff in London

Nach einem weiteren Angriff auf jüdische Einrichtungen in London taucht ein neues Bekenntnis auf. Die Terrorgruppe HAYI spricht von einer Attacke auf »Zionisten«

 30.04.2026