Katholische Kirche

Felix Klein kritisiert NS-Vergleich von Kardinal Koch 

Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, Felix Klein Foto: imago images/Jürgen Heinrich

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat den Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch für dessen Aussage zum katholischen Refromprojekt Synodaler Weg und zu den »Deutschen Christen« im Dritten Reich kritisiert. »Dass der Vergleich mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte herhalten muss, um zu einem innerkirchlichen Konflikt Stellung zu beziehen, ist irritierend«, sagte Klein dem Schweizer Pressedienst kath.ch.

Auch wenn der Synodale Weg in Deutschland innerkirchlich umstritten sein möge, sei er dennoch »in seinem Wesen grundverschieden von der durch den Kardinal in seiner Analogie bemühten Verurteilung der ‚Deutschen Christen‘ «, betonte Klein. Diese hätten sich »sehenden Auges dem mörderischen nationalsozialistischen Regime« angeschlossen und dessen Antisemitismus unterstützt. »Der Kardinal belässt es nicht bei der Kritik am Zeitgeist, wenn er insinuiert, dass in Deutschland ‚wieder‘ etwas geschehe«, erklärte Klein.

Am Donnerstag hatte der Schweizer Kurienkardinal der Wochenzeitung »Die Tagespost« unter anderem gesagt, ihn irritiere, dass neben den Offenbarungsquellen von Schrift und Tradition auch heute wieder zusätzliche Quellen angenommen würden. Ihn erschrecke, dass - wieder - in Deutschland versucht werde, in zeitgenössischen Phänomenen Offenbarungsquellen neben Bibel und Tradition zu behaupten. Denn vergleichbares habe es »bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die so genannten ‚Deutschen Christen‘ Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben«.

Kochs Aussagen waren auch von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz zurückgewiesen worden. Deren Vorsitzender Georg Bätzing forderte eine sofortige Entschuldigung Kochs. Geschehe dies nicht, »werde ich eine offizielle Beschwerde beim Heiligen Vater einreichen«, sagte der Bischof von Limburg.

In einer späteren Erklärung, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, wehrte sich Koch gegen den Vorwurf einen Nazi-Vergleich betrieben zu haben. Er habe keineswegs den Synodalen Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland mit der Nazi-Ideologie verglichen, »und ich werde dies auch nie tun«. Die Bischofskonferenz kündigte an, sich im Laufe des Tages zu der Erklärung äußern zu wollen. kna

Brandenburg

Antisemitismusbeauftragter Büttner für schärferes Strafrecht

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat ein strengeres Strafrecht gegen Judenhass gefordert. Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter schließt sich an

 24.08.2026

Spremberg/Forst

Stolpersteine gestohlen

Der Staatsschutz ermittelt

 24.08.2026

Norwegen

Wandbild in Oslo ehrt palästinensische Terroristin

Ein überdimensionales Wandbild im Zentrum der norwegischen Hauptstadt zeigt unter anderen die frühere PFLP-Terroristin Leila Khaled, die von der verantwortlichen Gruppe als »Widerstandskämpferin« bezeichnet wird

 24.08.2026

Dresden

Unbekannter entwendet Kippa

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

 24.08.2026

Meinung

Jüdische Schulen: Orte der Zugehörigkeit

Der Wunsch nach jüdischer Bildung wächst, während die Strukturen zunehmend fragil werden

von Eduard Steinberg  24.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Die schwedischen Linken-Politiker Hanna Gedin und Jonas Sjöstedt

Jerusalem

Israel verweigert zwei schwedischen EU-Abgeordneten die Einreise

Jonas Sjöstedt und Hanna Gedin von der schwedischen Linkspartei wollen in der vergangenen Nacht anreisen, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu besuchen

 24.08.2026

Hand zeigt ein Smartphone mit dem ChatGPT Logo vor rotem Hintergrund

Künstliche Intelligenz

Sam Altmans ChatGPT zeigt ab heute Werbung

Einige User werden von nun an Werbung sehen. Wie werden gesuchte Antworten von Anzeigen getrennt?

 24.08.2026

MIttlerer Osten

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg - und droht Golfstaaten

Im Iran-Krieg wird aktuell nicht gekämpft. Washington will Teheran wirtschaftlich in die Knie zwingen. Der Iran gibt sich selbstbewusst - und droht den USA und ihren Verbündeten mit Konsequenzen

 24.08.2026