documenta

Beauftragte gegen Antisemitismus fordern Konsequenzen

Erstes Koordinationstreffen des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein (2.v.re.), mit den Antisemitismusbeauftragten der Bundesländer (2018, Archiv) Foto: imago/epd

Die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern haben nach dem Skandal um antisemitische Darstellungen auf einem Werk der documenta Aufklärung und Konsequenzen gefordert.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dass es überhaupt zur Aufstellung des großen Bildes »People’s Justice« kommen konnte, auf dem antisemitische Stereotype sehr drastisch und sichtbar dargestellt seien, verurteile man »auf Schärfste«, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung der Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens.

Versäumnisse und Fehler bei Planung, Vorbereitung und Durchführung der documenta seien klarzustellen und Konsequenzen zu ziehen. Es dürfe keine finanzielle Förderung für Antisemitismus geben, erklärten die Beauftragten mit Verweis auf die öffentliche Förderung des Kunst-Events. Die Verantwortlichkeiten müssten festgestellt werden.

»Ansonsten wäre die documenta als die international bedeutendste Veranstaltung der Gegenwartskunst vollständig gescheitert«, heißt es in der Erklärung.

Es dürfe nicht dabei bleiben, das Bild nur zu entfernen, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Die nordrhein-westfälische Co-Vorsitzende der Bund-Länder-Kommission, die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), sagte, bei dem diskutierten Werk sei die Grenze der im Grundgesetz garantierten Kunstfreiheit »klar überschritten«. »Volksverhetzende Darstellungen werden von ihr nicht gedeckt«, betonte sie.

Bei der am Samstag in Kassel eröffneten »documenta fifteen« war auf einem riesigen Wimmelbild der indonesischen Künstlergruppe »Taring Padi« ein Mann in Anzug und Krawatte zu sehen. Haifischartige Raffzähne ragen aus dem Mund, daneben eine Zigarre. Eine angedeutete Schläfenlocke hängt herunter, auf dem Hut prangt die SS-Rune. Damit werden Juden mit Nazis gleichgesetzt. Auf einem anderen Detail wird unter einem Kanonenrohr eine Person in Uniform gezeigt, sie trägt die Nase eines Schweins, das bei gläubigen Juden als unrein gilt. Auf dem roten Halstuch ist der Davidstern zu sehen, auf dem Helm der Name des israelischen Geheimdienstes Mossad.

Nach öffentlichen Protesten wurde das Bild »People’s Justice« am Montagabend zunächst mit schwarzen Tüchern verhängt, am Dienstagabend dann auf Beschluss des documenta-Aufsichtsrates entfernt. epd

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Hintergrund

Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte

Die EU-Antisemitismusbeauftragte wechselt von Brüssel nach Berlin und folgt auf Felix Klein. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Antisemitismus-Papier

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026