Kirche

»Antisemitismus ist Sünde«

Der Weltkirchenrat wirft Israel eine »Diskriminierungspolitik gegen Christen und Muslime« vor. Jerusalem sei eine »besetzte Stadt«. Foto: Flash 90

Die evangelischen Theologieprofessoren Ekkehard und Wolfgang Stegemann haben dem Weltkirchenrat Judenfeindschaft vorgeworfen. Die Abschlusserklärung eines Treffens von Kirchenrepräsentanten Ende Mai in Beirut überschreite jegliche bisher bekannte antiisraelische und antisemitische Propaganda des Ökumenischen Rates der Kirchen, schreiben die Theologen in einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief. Die Stellungnahme delegitimiere und dämonisiere den Staat Israel. Das Papier des Weltkirchenrates sei Ausdruck einer Erneuerung der alten christlichen Judenfeindschaft, die nunmehr auf Israel gerichtet sei.

Die beiden Neutestamentler appellieren an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, und den Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, sich gegen diese »neu-alte Judenfeindschaft« des Weltkirchenrates zu wenden. »Antisemitismus ist Sünde wider Gott und die Menschen«, schreiben die in Basel und Neuendettelsau tätigen Professoren.

Erklärung
In der Erklärung von Ende Mai wirft der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) Israel eine »Diskriminierungspolitik gegen Christen und Muslime« vor. Jerusalem sei eine »besetzte Stadt«, kritisiert der Weltkirchenrat. Die Stellungnahme ist das Ergebnis von Beratungen von Kirchenvertretern aus der Region und Repräsentanten der Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates. Thema war die Präsenz von Christen im Nahen Osten.

Ausdrücklich distanzierte sich der Weltkirchenrat von sogenannten christlichen Zionisten, die sich für einen jüdischen Staat aus religiösen Motiven einsetzen. Damit ließen diese Gruppen sich als »politische Waffe gegen das palästinensische Volk« benutzen. Sie verzerrten die historische Verbindung zwischen Palästinensern und dem Heiligen Land und ermöglichten eine »Manipulation der öffentlichen Meinung durch zionistische Lobbys«. epd

Teheran

Wieder Hinrichtungen nach Protesten im Iran

Die iranische Justiz wendet seit Monaten die Todesstrafe rigoros an. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten von Januar werden viele Männer gehängt

 01.06.2026

Flensburg

Sechs Monate Bewährung für »Juden haben hier Hausverbot«

Ein 60-jähriger Ladenbetreiber hatte per Aushang Juden Hausverbot erteilt. Jetzt wurde er wegen Volksverhetzung verurteilt

 01.06.2026

Berlin

Felix Klein: Social Media sind »Brandbeschleuniger für Antisemitismus«

Der scheidende Antisemitismusbeauftragte sieht die Betreiber von Instagram, TikTok und Co. in der Pflicht

 01.06.2026

Internationaler Gerichtshof

Wie Südafrika seine Genozid-Klage gegen Israel in die Länge zieht

Das Haager Weltgericht hat Pretoria eine Frist von 18 Monaten gewährt, um erneut seine Argumente für einen angeblichen Völkermord Israels in Gaza vorzubringen. Israel sieht die Klage hingegen als gescheitert an

von Michael Thaidigsmann  01.06.2026

Hamburg

Wegen pro-israelischem T-Shirt: Übergriff auf Schanzenfest

Laut Polizei haben in der Hansestadt mehrere Täter zwei Männer wegen eines Kleidungsstücks angegriffen

 01.06.2026

Washington D.C.

FBI sieht iranisch gesteuertes Terrornetzwerk hinter Anschlagsserie in Europa

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Iraker Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi, dem die US-Justiz eine führende Rolle bei der Koordinierung von Anschlägen vorwirft

 01.06.2026

Düsseldorf

Höchststrafe für Terroranschlag von Bielefeld

Vor einer Bar sticht ein IS-Anhänger auf Feiernde ein und verletzt sie lebensgefährlich – ein Gericht hat jetzt das Urteil über den Mann gefällt

 01.06.2026

Berlin

Friedman ruft Grüne zu mehr Widerstand gegen die AfD auf

In den anstehenden Landtagswahlkämpfen wollen die Grünen nicht so viel über die AfD sprechen. Doch Warnungen vor der »Partei des Hasses« finden großen Widerhall

 01.06.2026

Nahost

Bericht: Iran verfügt weiterhin über rund 1000 Raketen

Die iranischen Streitkräfte sollen einen Großteil der im Krieg beschädigten Zugänge zu unterirdischen Raketenanlagen wiederhergestellt haben

 01.06.2026