Judenhass

Antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt nehmen weiter zu

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Judenhass

Antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt nehmen weiter zu

Die Meldestelle RIAS dokumentiert für 2025 rund ein Drittel mehr Vorkommnisse als im Vorjahr

 04.06.2026 14:09 Uhr

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist erneut deutlich gestiegen. Die Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt dokumentierte für das Jahr 2025 insgesamt 270 Vorfälle und damit rund ein Drittel mehr als im Vorjahr mit 202 Fällen. Das geht aus dem Jahresbericht der Meldestelle hervor, der in Magdeburg vorgestellt wurde. Im Schnitt wurden damit rund fünf antisemitische Vorfälle pro Woche bekannt.

Unter den erfassten Vorfällen waren ein Fall extremer Gewalt mit schwerer Körperverletzung, zwei weitere körperliche Angriffe, 19 Sachbeschädigungen, vier Bedrohungen, 239 Fälle verletzenden Verhaltens sowie fünf Massenzuschriften, also massenhaft verbreitete antisemitische Nachrichten mit diffamierendem oder belästigendem Inhalt.

Nach Einschätzung der Meldestelle hält damit das seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 deutlich erhöhte Niveau antisemitischer Vorfälle an.

Israelbezogener Judenhass

Besonders stark stieg die Zahl der Vorfälle mit Bezug zum Nahostkonflikt. Sie erhöhte sich von 52 auf 111 Fälle. Die Zahl der dokumentierten Fälle israelbezogenen Antisemitismus stieg von 68 auf 122. Wiederholt seien Jüdinnen und Juden für angebliches Handeln des Staates Israel verantwortlich gemacht und angefeindet worden.

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Zugleich registrierte die Meldestelle zahlreiche Vorfälle, die sich auf die Verbrechen des Nationalsozialismus bezogen. Dazu gehörten etwa Sachbeschädigungen an Erinnerungsorten und Gedenkzeichen. Deutlich zugenommen haben außerdem antisemitische Vorfälle im Internet. Die Zahl stieg von 39 auf 100 Fälle. Dokumentiert wurden unter anderem antisemitische Kommentare sowie Einschüchterungsversuche gegen jüdische Einrichtungen.

Von den 270 Vorfällen konnten nach Angaben der Meldestelle 166 einem politischen Hintergrund zugeordnet werden. 81 Fälle wurden dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet, 39 dem links-antiimperialistischen Milieu und 30 dem antiisraelischen Aktivismus. Weitere Vorfälle ordnete die Meldestelle verschwörungsideologischen oder islamistischen Hintergründen zu.

Lüge, Leugnung und Hass

»Niemals dürfen wir uns daran gewöhnen«, sagte der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Wolfgang Schneiß. Die erfassten antisemitischen Vorfälle seien Beweise für Menschenverachtung, für Lüge, Leugnung und Hass.

RIAS Sachsen-Anhalt dokumentiert antisemitische Vorfälle unabhängig davon, ob diese angezeigt werden oder strafrechtlich relevant sind. Erfasst werden unter anderem Beleidigungen, Schmierereien, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperliche Angriffe.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Die rechtsextremistische AfD liegt jüngsten Umfragen zufolge bei 42 Prozent und damit auf Platz eins. Der Abstand zur CDU, die demnach Platz zwei belegt, beträgt 18 Prozent. dpa

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