Mehr als ein Jahr nach der Messerattacke am Berliner Holocaustmahnmal haben Ermittler einen mutmaßlichen Unterstützer des bereits verurteilten Täters festgenommen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der Mann den Angreifer vor der Tat bestärkt haben. Der »Spiegel« berichtete.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 37-jährigen Syrer. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum versuchten Mord vor. Er soll den späteren Attentäter Wassim al-M. unmittelbar vor dem Angriff getroffen und zur Tat ermutigt haben. Der Verdächtige sollte im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden.
Der Anschlag hatte im Februar 2025 bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der damals 19-jährige Wassim al-M. war von Leipzig nach Berlin gereist und hatte im Stelenfeld des Holocaustmahnmals einen Mann mit einem Messer angegriffen. Nach Erkenntnissen der Ermittler wollte der Täter Juden töten.
Das Opfer war tatsächlich ein 30 Jahre alter, nicht-jüdischer Tourist aus Spanien, der die Gedenkstätte nahe dem Brandenburger Tor besuchte. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen am Hals, überlebte den Angriff jedoch.
Polizisten konnten den Täter noch in Tatortnähe festnehmen. Im März 2026 wurde Wassim al-M. vom Berliner Kammergericht zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Syrer aus antisemitischen Motiven handelte und sich ideologisch an der Terrororganisation »Islamischer Staat« orientierte. Verurteilt wurde er unter anderem wegen versuchten Mordes sowie wegen versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland.
Mit der neuen Festnahme rückt nun die Frage stärker in den Mittelpunkt, ob der Täter bei der Vorbereitung und ideologischen Bestärkung Unterstützung aus seinem Umfeld erhielt. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft dauern an. im