Justiz

Anklage wegen Hausverbots für Juden in Flensburg erhoben

Ein Aushang »JUDEN haben hier Hausverbot!!!!« hing in einem Schaufenster in Flensburg Foto: picture alliance/dpa/Nordpresse

Wegen eines antisemitischen Aushangs in einem kleinen Flensburger Geschäft hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts der Volksverhetzung erhoben. Der Aushang im Schaufenster des Ladens enthielt unter anderem den Satz »Juden haben hier Hausverbot«, wie die Ermittler mitteilten. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ladeninhaber vor, durch
den Aushang gegen die in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden zum Hass aufgestachelt und ihre Menschenwürde durch Verächtlichmachung angegriffen zu haben. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss nun das Amtsgericht Flensburg entscheiden.

Lesen Sie auch

Der Mann hatte nach Angaben der Anklagebehörde in seiner Vernehmung eingeräumt, den Aushang in seinem Laden für etwa vier Stunden bis zum Erscheinen der Polizei ausgehängt zu haben. Zur Begründung habe er gesagt, sämtliche ihm bekannte Juden seien nicht gegen den Gaza-Krieg.

Der Vorfall im September hatte bundesweit Empörung ausgelöst und auch den Schleswig-Holsteinischen Landtag beschäftigt. Die damalige Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) hatte im Innen- und Rechtsausschuss gesagt: »Derartige antisemitische Bestrebungen haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.« dpa

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Auszeichnung

Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Köln und Berlin

Bereits zum vierten Mal wird der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben verliehen. In diesem Jahr werden Projekte geehrt, die vor allem auf einen niederschwelligen Zugang setzen

von Birgit Wilke  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

Faktencheck

Henry Kissinger wollte die »weiße Rasse« nicht beseitigen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger werden immer wieder völlig frei erfundene Zitate zugeschrieben. Etwa, dass er die »weiße Rasse« durch multikulturelle Gesellschaften habe ersetzen wollen

 14.07.2026

Washington D.C.

Trump droht mit Angriff: Was über »Pickaxe Mountain« bekannt ist

Den Berg, der eine Atomanlage beherbergt, bezeichnet der US-Präsident als mögliches Ziel für einen »großen, fetten« Angriff

 14.07.2026

Osnabrück/Doha

Iron-Dome-Deal zwischen Israel und VW droht an Katar-Veto zu scheitern

Ein Verteidigungsdeal mit Israel und Hunderte Arbeitsplätze am VW-Standort Osnabrück sind in Gefahr, da der katarische Staatsfonds blockiert

 14.07.2026

Washington D.C.

USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?

Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?

von Franziska Spiecker, Khang Mischke  14.07.2026