Antisemitismus

Angriffe in Berlin und Köln

In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz. Foto: imago

Ein Tourist aus den USA wurde am Samstagabend in Köln als »jüdischer Bastard« beschimpft und zusammengeschlagen. Der Überfall ereignete sich im Gebäude des Kölner Hauptbahnhofs. Der 37-jährige Mann war in Eile, weil er seinen in wenigen Minuten abfahrenden Zug erreichen wollte. Daher sprach er gegen 23.30 Uhr eine Gruppe Jugendlicher an, um den schnellsten Weg zu seinem Gleis zu erfahren.

davidstern Die Jugendlichen, die nach Polizeiangaben rasierte Köpfe hatten und mit schwarz-weiß-roten T-Shirts und Sweat-Shirts bekleidet waren, gingen direkt auf den Mann los, stießen ihn zu Boden und durchsuchten seine Kleidung. Als sie an einer Halskette einen Davidstern entdeckten, riefen sie »jüdischer Bastard«. Sie stahlen seine Geldbörse und seine Reisedokumente und flüchteten.

Im Berliner Stadtteil Moabit überfielen fünf Jugendliche eine französische Passantin. Die 22-jährige Frau telefonierte auf Hebräisch, als sie über den Unionplatz ging. Die Jugendlichen hörten das und sprachen sie an. Da die Frau die Frage nicht verstand, reagierte sie zunächst nicht. Lediglich, dass ein Täter sie als »Israeli« bezeichnete, konnte sie verstehen. Einer aus der Gruppe packte sie von hinten und entriss ihr das Handy, alle fünf flüchteten.

Sowohl im Kölner als auch im Berliner Fall ermittelt der Staatsschutz. ja

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026