Berlin

Ahmed Abed weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück

Ahmed Abed (Die Linke) Foto: picture alliance/dpa

Ahmed Abed, Kandidat der Linken für das Amt des Bezirksbürgermeisters in Berlin-Neukölln, sieht sich aktuell heftiger Kritik ausgesetzt. Anlass sind seine israelfeindlichen Äußerungen in Zusammenhang mit dem von der Hamas begonnenen Krieg in Israel und Gaza. Diese werden von politischen Gegnern als antisemitisch gewertet. Abed selbst weist dies entschieden zurück. Der »Tagesspiegel« zitiert ihn mit den Worten: »Dass dort ein Völkermord stattfindet oder überhaupt große Kriegsverbrechen, das stand schon in jeder seriösen Zeitung.«

Der Völkermord-Vorwurf gegen Israel wird seit den Massakern der Hamas im Süden des jüdischen Staates am 7. Oktober 2023 auch innerhalb des linken Spektrums immer wieder erhoben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte wiederholt, die israelische Armee gehe gegen die Hamas vor, nicht gegen die Zivilbevölkerung. Die Streitkräfte (IDF) haben im Verlauf des Krieges humanitäre Zonen und Fluchtrouten eingerichtet und Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen gewarnt. 

Die Hamas missbraucht palästinensische Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde. Die Terroristen verstecken Waffen und Raketen in zivilen Einrichtungen und beschießen israelische Soldaten unter anderem aus Krankenhäusern und Schulen. 

Abed, Anwalt mit palästinensischen Wurzeln, erklärt, es sei nicht antisemitisch, Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusprechen. Er ist seit 2016 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln und Co-Fraktionsvorsitzender der Linken. Im Januar ernannte ihn seine Partei offiziell zum Kandidaten für die Bezirksbürgermeisterwahl am 20. September. Er betont gegenüber der dpa, es sei legitim, Menschenrechtsverletzungen anzusprechen: »Also wenn Kritiker mich dafür kritisieren, dass ich auf die Situation in Gaza hinweise, dann kann ich nur sagen: Warum regt es diese Menschen nicht auf?«

Lesen Sie auch

Im Oktober 2025 sorgte Abed über die Bezirksgrenzen hinaus für Aufsehen, als er während eines Besuchs des Bürgermeisters aus der israelischen Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, diesen im Rathaus als »Völkermörder« beschimpfte. Auch SPD- und CDU-Politiker reagierten empört auf die verbale Attacke.

Abed steht außerdem wegen seiner Unterstützung der antisemitischen BDS-Kampagne und seiner Auftritte bei israelfeindlichen Demonstrationen in der Kritik. Dabei kam es laut Berichten zu Angriffen auf Israelis und Medienvertreter. Kritiker werfen ihm laut »Tagesspiegel« zudem vor, eine Journalistin bedroht zu haben. ja

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026