Berlin

50 Jahre Universität Haifa: Bundespräsident gratuliert im Schloss Bellevue

Es war eine ganz besondere Würdigung: Zum 50. Gründungsjubiläum der Universität Haifa und des Deutschen Förderkreises der Universität lud Frank-Walter Steinmeier am Freitagvormittag ins Schloss Bellevue. »Die Universität Haifa, sie steht für ein liberales, ein weltoffenes und vielfältiges Israel«, betonte Steinmeier er in seiner Ansprache.

Der Bundespräsident erinnerte auch an die besonderen Beziehungen, die Deutschland und die Universität Haifa seit ihrer Gründung miteinander verbinden. Denn es sei einer engagierten Gruppe von Hamburgern zu verdanken, die sich der Mission verschrieben hatten, die Universität und Studenten zu fördern, denen es eigentlich nicht möglich war, eine Hochschule zu besuchen, so Steinmeier.

Schalom Einer dieser engagierten Bürger aus Hamburg war der Bankier Eric M. Warburg – der Gründungsdirektor des Deutschen Förderkreises der Universität Haifa. Auch ihn würdigte Steinmeier: »Schalom, Frieden, das war die Vision, die Eric M. Warburg, selbst ein Verfolgter des NS-Regimes, damals geleitet hat.«

»Die Universität Haifa, sie steht für ein liberales, ein weltoffenes und vielfältiges Israel.«

Bundespräsident Steinmeier

Anwesend im Schloss Bellevue war auch Sonja Lahnstein-Kandel, die sich seit mehr als 20 Jahren als Vorstandsvorsitzende des Förderkreises für die Universität Haifa einsetzt. Für ihr Engagement erhielt Lahnstein-Kandel dort im Jahr 2017 einen Ehrendoktortitel. Ron Robin, der Rektor der Universität, würdigte sie nun erneut mit einer »Robe of Honor«.

Auch Steinmeier, der sich seit Jahrzehnten für die Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen einsetzt, wurde von Robin mit einer informellen Urkunde gewürdigt. 

RückGrat In seinem Grußwort erinnert Robin noch einmal an die Werte der Hochschule. Besonders stolz sei er darauf, dass mehr als 40 Prozent seiner Studierenden religiöser Minderheiten angehören. Eines der wichtigsten Ziele der Universität Haifa sei zudem, die Mittelschicht für alle zugänglich zu machen. »Sie ist das Rückgrat jeder Demokratie«, so Robin. 

»Sorge bereitet uns der von der Regierung geplante Umbau des Rechtsstaates.«

Bundespräsident Steinmeier

Mit Blick auf die politisch angespannte Situation in Israel machte Steinmeier aus seiner Besorgnis kein Geheimnis. Die Universität Haifa stehe für den Traum einer »bessere, friedlicheren Welt«, doch dieser würde »im Nahen Osten in diesen Wochen leider in noch weitere Ferne« rücken. Insbesondere die geplante Justizreform bereite ihm große Sorge. 

DIALOG »Sorge bereitet uns auch der von der Regierung geplante Umbau des Rechtsstaates – gerade weil wir Deutsche immer mit großer Bewunderung auf den starken und lebendigen Rechtsstaat in Israel geschaut haben«, so der Bundespräsident. »Diejenigen, die sich für Verständigung und Entspannung, für Dialog einsetzen, verdienen all unsere Unterstützung – damit der Traum, für den sich die Universität Haifa einsetzt, eines Tages tatsächlich in Erfüllung gehen kann.«

Die Universität Haifa komme laut Robin aber einer besonderen Rolle nach. Denn mit all ihren Werten lebe sie tagtäglich die israelische Unabhängigkeitserklärung. Die Demokratie sei die Grundlage der Universität, so Robin.

Passend dazu lautete das Motto der Zusammenkunft: »Now more than ever« – mehr denn je. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserer Printausgabe vom 16. März.

Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Im Iran gehen wieder Menschen gegen die Staatsführung auf die Straße. Die militärischen Spannungen in der Region reißen jedoch nicht ab

 06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu unterstützt iranische Proteste – Teheran wirft Israel Einmischung vor

Der entscheidende Moment, in dem die Iraner ihr Schicksal selbst in die Hand nähmen, sei möglicherweise gekommen, erklärt der Ministerpräsident in Jerusalem

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026

Berlin

Tagung »Digitale Horizonte«: Wie sich Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter wandelt

Wie verändert die Digitalisierung das kollektive Erinnern? Welche Chancen eröffnen neue Technologien – und wo liegen ihre Grenzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Konferenz

 06.01.2026

Oberbayern

CSU-Klausur startet mit Söder und Schuster

Bei klirrender Kälte startet die CSU im Kloster Seeon ins neue Jahr. Auch der Präsident des Zentralrates der Juden ist dabei

 06.01.2026

Brandenburg

Nach Brandanschlag: Beauftragter gegen Judenhass erneut bedroht

Nach dem Angriff auf sein Privathaus wurde Andreas Büttner nur einen Tag später auch am Arbeitsplatz bedroht. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf

 06.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  05.01.2026

Meinung

Blind auf dem linken Auge: Die »Vulkangruppe« in Berlin und der Terror

Wie Politik und Öffentlichkeit Gewalt verharmlosen, sofern sie aus einem bestimmten politischen Milieu stammt

von Roman Haller  05.01.2026

Jena

Israelfeindliche Autoren sorgen für Proteste

Zwei Vorträge im Januar rufen Widerspruch an der Universität Jena hervor

 05.01.2026