Berlin

15 Jahre AJC in Berlin

Das American Jewish Committee (AJC) ist seit mehr als 60 Jahren eine wichtige Stimme in Europa und ein guter Freund Deutschlands. Das sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Freitag bei der Jubiläumsveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen des AJC-Büros in Berlin. Westerwelle erinnerte daran, dass sich das AJC als erste jüdische Organisation unmittelbar nach der Schoa dem Aufbau von Beziehungen zu Deutschland gewidmet habe. Zudem habe die Organisation dem demokratischen System der Bundesrepublik stets Vertrauen entgegengebracht und die deutsche Wiedervereinigung unterstützt.

Arbeit Die Arbeit des AJC in Berlin bezeichnete der Bundesaußenminister als »Erfolgsgeschichte«. Die Entscheidung, 1998 in der deutschen Hauptstadt ein Büro zu eröffnen, sei ein Zeichen des Vertrauens in die deutsch-amerikanisch-jüdischen Beziehungen gewesen. Westerwelle betonte, dass das AJC seitdem zu unterschiedlichsten Anlässen wertvolle Beiträge geleistet habe, die die öffentliche Debatte, wie unlängst bei der Diskussion um die rituelle Beschneidung von Jungen, wesentlich geprägt haben.

Deidre Berger, seit 2000 Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute, sagte, dass das AJC als einzige amerikanisch-jüdische Organisation 1998 eine Vertretung in Berlin eröffnet habe, »um mit unseren Partnern sicherzustellen, dass die transatlantischen Werte eine Zukunft haben«.

Award
Während der Jubiläumsveranstaltung wurde der »Ernst Cramer Award« für herausragende Leistungen im Bereich der amerikanisch-deutsch-jüdischen Verständigung verliehen. Er ging an den im November 2012 verstorbenen Lawrence Ra-
mer und seine Frau Lee, die Gründer des AJC Ramer Institute für Deutsch-Jüdische Beziehungen. Zudem wurde dem in Berlin lebenden Palästinenser Ahmad Mansour, Coach der Organisation »Heroes«, der »Ramer Award For Courage in the Defense of Democracy« verliehen.

Das American Jewish Committee wurde 1906 in New York durch eine Gruppe amerikanischer Juden deutscher Abstammung gegründet. Ziel und Aufgabe der Lobbyorganisation ist die Bekämpfung von Antisemitismus, das Eintreten für Demokratie und Pluralismus sowie für die Rechte Israels und von Juden in aller Welt. Das AJC unterhält neben seinen Büros in den USA und Berlin auch Vertretungen in Brüssel, Genf, Warschau und Jerusalem. ddk

www.ajc-germany.org

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Berlin-Wahl

Neue Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Parteien

Am 20. September ist Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Welche Parteien verlieren? Welche haben die besten Chancen auf das Rote Rathaus?

 31.08.2026

Magdeburg

Wie gefährlich wird die Wahl für die Bundesregierung?

Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial, auch die Regierungsparteien in Berlin in Turbulenzen zu bringen. Für deren Vorsitzende könnte es ungemütlich werden

von Michael Fischer, Theresa Münch  31.08.2026

Religion

Islam-Forscher Khorchide: Muslime müssen jüdisches Leben schützen

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide fordert Muslime auf, jüdisches Leben aktiv zu schützen. Eine projüdische Haltung gehöre fundamental zum islamischen Glauben, weil die Wurzeln des Islam im Judentum lägen

 31.08.2026

Debatte

Börsenverein des Deutschen Buchhandels hält an Jurorin El Hissy fest

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weist Vorwürfe gegen die Jurorin Maha El Hissy zurück. Hintergrund ist eine Essayserie der Autorin, wegen der ihr die Verbreitung israelfeindlicher Stereotype vorgeworfen wurde

 31.08.2026

Vakanz

Felix Klein: Nachbesetzung von Antisemitismusbeauftragtem eilt

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wechselt zum September nach Paris. Bislang ist seine Nachfolge immer noch nicht geklärt. Jetzt ruft er die Regierung zur Eile auf

von Anna Mertens  31.08.2026

USA

Verlängerung von Iran-Einsatz untragbar? Pentagon dementiert

Laut einem Medienbericht haben sich hochrangige Militärs besorgt über eine mögliche Verlängerung von Angriffen gegen den Iran geäußert

 31.08.2026

Berlin

»Death to the IDF«: Linke Spitzenkandidatin zeigt sich »entsetzt«, nicht alle nehmen ihr dies ab

Offener Judenhass und Terroraufruf bei Wahlkampfveranstaltung: Bei der Partei »Die Linke« führt der jüngste Skandal zu einer Diskussion über Judenhass und Reaktionen darauf

 31.08.2026

Berlin

Kultursenator warnt vor »falscher Toleranz« gegenüber Antisemitismus

»Wer jüdisches Leben bedroht, greift unsere Stadt an«, sagt der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers

 31.08.2026